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Freitag, 2. November 2012

Zu Harald Schauffs gutem Beitrag zur bGE-Diskussion

Auf http://bgekoeln.ning.com (Kölner Initiative Grundeinkommen)
http://bgekoeln.ning.com/profiles/blogs/polemik-nach-gutsherrenart-b-rgerliche-reflexe-gegen

Immer wieder lese ich (auch jetzt wieder in Schauffs Text) die Klagen der Grundeinkommens-Befürworter über Grundeinkommens-Gegner. Diese seien für eine Diskussion über das bGE unvorbereitet.  Ja das stimmt leider. Allerdings hat es auch etwas Gutes.
Denn die Argumente der Grundeinkommens-Gegner sind somit hinfällig. »Argumentieren« gegen das Grundeinkommen können sie überhaupt nicht. Dazu wäre es nämlich nötig, das bGE verstanden zu haben.


Mit anderen Worten, die Grundeinkommens-Gegner sind gezwungen sich mit der Idee des Bedingungslosen Grundeinkommen auseinanderzusetzen, sonst laufen ihre Aussagen gegen das bGE ins Leere und in öffentlichen Diskussionen merken das die Zuhörer. Somit haben die bGE-Gegner schlechte Karten in der geistigen Auseinandersetzung, wenn sie sich nicht informieren oder sie informieren sich endlich und dann ist das auch gut. Denn eine Gesellschaft von Menschen, die das Grundeinkommen verstanden hat, kann nur profitieren.



Weiterhin wird von Harald Schauff auf die hämischen und pöbelnden Leserbriefe (im Spiegel) zu Johannes Ponaders Hartz4-Situation verwiesen. Ponader setzt sich für das Bedingungslose Grundeinkommen ein. Das kostet Zeit, braucht Zeit. Und er hat sich dafür entschieden, für dieses Thema zu arbeiten. Er arbeitet also. Die Leserbriefschreiber wollen die freie Entscheidung Ponaders denunzieren. Er solle mal »arbeiten gehen«, andere Leute füllen für ihn die Regale auf.

Der Zwangsarbeiterstaat, den wir heute haben, hat ja auch eine verbale Seite. »Geh‘ dich mal waschen und rasieren.« hat Kurt Beck zu einem Arbeitslosen gesagt. [1] Er selbst verpulvert Millionen Euro Steuergelder für einen sinnlosen Freizeitpark. [2] Wer macht sich an der Gesellschaft mehr schuldig. Er oder der Arbeitslose?

»Geh‘ mal arbeiten.«, sagt ein Parteikollege zu Ponader. Das ist der Ton, den wir heute in diesem Sanktions-, Nötigungs-, und Drangsalierungssystem »Agenda2010« und Hartz4 haben. Sich gegenseitig Anweisungen, Befehle geben. Mit Verarmung drohen, wenn diejenigen sich nicht fügen. Was einigen Leuten stinkt, ist die Freiheit des Einzelnen, sein Leben (seine Arbeit) selbst zu bestimmen. Das stinkt einigen Leuten. Diesen wäre es lieber, wenn es weiterhin unfreie Menschen gibt, die man manipulieren, kontrollieren, missbrauchen, ausbeuten kann. Ja das gefällt ihnen am bGE überhaupt nicht, dass da sich was ändern würde.


Heutzutage lächelt, besonders der Schröder, und Merkel mit Putin auf den offiziellen Fotos, und es werden Polizeikräfte in Weißrussland heimlich ausgebildet. [3] Wo ist heute der Unterschied zwischen BRD und totalitärem Staat. Ist er schon aufgehoben? Wenn wir nicht das Ruder herumreißen, geraten wir in tiefes Fahrwasser und stürmische See. Wenn das so weiter geht, sind wir auf dem Weg in ein »Imperium der dunklen Seite der Macht«.



Das Volk als Arbeitssklaven, beliebig ausbeutbar, das sind die Träume mancher Politiker und ihrer Anhänger.
 
1
http://www.focus.de/politik/deutschland/arbeitslosigkeit_aid_120976.html
2
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-08/kurt-beck-nuerburgring
3
http://www.abendblatt.de/politik/ausland/article2379324/Deutsche-Polizisten-bildeten-weissrussische-Miliz-aus.html

Samstag, 18. Februar 2012

Das negative Menschenbild in den Gesellschaften


Götz Werner meint, man würde über eine Grundeinkommen-Diskussion sehr schnell mit dem Menschenbild seiner Mitbürger konfrontiert. Ja, tatsächlich ist es so. Die Zweifler am bGE kommen sehr schnell an den Punkt, festzustellen, dass zu viel von der Mitwirkung der Mitmenschen abhängig ist und sie deshalb (vorerst) lieber Abstand nehmen, von einer Zustimmung zu einem Bedingungslosen Grundeinkommen (bGE). Die mangelnde Mitwirkung wird entweder den eigentlichen Adressaten eines bGE unterstellt, den Armen, seien sie nun Arbeitslosengeld-, Hartz4-Bezieher oder prekär Beschäftigte oder den "Reichen". Die Armen wollen womöglich gar nicht in der Gesellschaft positiv mitwirken, seien eher Störenfriede, die, bei einem bGE in der Tasche, die noch arbeitenden Mitmenschen zu verhöhnen versuchen.

Und es gibt die Menschen mit einem negativen Menschenbild, die sich die andere Gruppe als "unsichere Kandidaten" in der Gesellschaft herausdeuten. Für sie sind die Unternehmer, das Kapital, die "Superreichen" ein rotes Tuch, Störenfriede, Egoisten, die ein gedeihliches Zusammenleben der Menschen unmöglich machen. Ja sie empfehlen bisweilen, zuerst müsse der "Lohnarbeiter" sich aus der Knechtschaft des "Kapitals" befreien, bevor irgendwelche heilsamen Situationen für die "Arbeiterklasse" überhaupt denkbar seien. Das bGE könne sogar eine perfide Täuschung durch die herrschende Klasse sein und danach ist es nicht mehr weit, zu behaupten, manche Protagonisten der bGE-Bewegung seien unehrlich.
Diese Unternehmer-Skeptiker gibt es auch in der bGE-Bewegung. Dass sich Unternehmer für das bGE starkmachen, würde doch eher darauf hinweisen, dass mit dem bGE etwas nicht stimmt. Vielleicht eine Falle, eine Täuschung? Dann doch besser bei Marx bleiben.

Gemeinschaft funktioniert nur durch gemeinschaftliches Handeln. Die Nazis haben ihre Mitmenschen gezwungen, das zu tun, was diese als Herrscher als gemeinschaftliches Handeln für richtig hielten. Ist dieser Ansatz aber nicht immer noch gültig. Die Mitmenschen zwingen zu wollen, dieses oder jenes zu tun, weil es für die Gesellschaft, weil es innerhalb der Gesellschaft für richtig gedacht ist? Sind wir wirklich so weit weg vom totalitären System? Was ist Hartz4, die Arbeitslosen-Schikaniere anderes, als ein Zwangsarbeitersystem und die Agenturen- und Center-Mitarbeiter sind die Kapos, die das faule Pack anschreien und existenziell bedrohen, wenn es nicht spurt. Und dieses Szenario soll angeblich von der Mehrheit der Bevölkerung gutgeheißen werden? Ich glaube es nicht. Dies wird behauptet, damit das Unterdrückungssystem nicht instabil wird.

Heute wollen wir den Griechen sagen und sie zwingen, das zu tun, was wir, die EU, die Weltwirtschaft, für richtig halten, sonst bekommen sie keine Existenzsicherung (darum geht es ja). Die Bedingungen seien halt so, man müsse so und so handeln, die Marktgesetze, wirtschaftlichen Zusammenhänge ließen nichts anderes zu. Die Unterwerfung dieses Volkes steht kurz bevor. Wer kommt als nächstes dran? Man möge bloß nicht glauben, dass wir verschont sind. Aber wo sind die Machthaber. Sind sie lokal zu verorten. Oder global verteilt am Werk. Oder sind wir es selbst, die dieses Unglück inszenieren?

Eigentlich sind bGE-Kritiker und Unternehmer-Skeptiker Unterstützer dieser herrschenden Ideologie. Denn sie behaupten, eine freie, aus eigenem Antrieb gemeinschaftlich gestaltete Welt würde es nicht geben können. Da wäre der Egoismus der Menschen davor. Der Schritt d a n n aber, weil es eben nicht anders geht, durch totalitäre Strukturen, von oben her, mit "sanfter Gewalt" wieder für Ordnung zu sorgen, ist nicht weit. Und so schließt sich der Kreis des Unveränderlichen. Zumindest für die, die keine freien und sozial veranlagte Menschen sich denken können, die eine funktionierende Gesellschaft ermöglichen würden.




Über mich

Mein Bild
Kultur- und Bildungsaktivitäten bezüglich der eigenen Selbsterbauung und Selbstoptimierung, sind ein Einstieg. Wichtig ist es, bezogen auf das Zusammenleben und die Verständigung der Menschen untereinander, aktiv ein Leben lang, sich für eine gute Gesellschaftsgestaltung einzusetzen. Das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) ist dabei ein erstes Stichwort. Diese Aspekte sind dem Autor ein besonderes Anliegen.