Gerade eben im Radio gehört. Die Privilegien der Beamten: Altersteilzeit und eine Stunde weniger arbeiten. Aber das, was den Menschen von Vorteil ist, sollte für alle Menschen möglich sein. Heute ist es so, dass jede Lobby für sich selbst versucht, das Beste rauszuholen. Das geht dann über gesetzliche Regelungen und Vereinbarungen.
Dieser Kampf ums Überleben, um finanzielle Vorteile und Absicherungen, wird gegeneinander geführt, da wir uns als Konkurrenten sehen, und Vorteile für die Lebensgestaltung und Lebensmöglichkeiten scheinbar knapp sind. Diese Konkurrenzsituation gegeneinander macht die Menschen hartherzig und böse. Ein ruppiger Wettstreit findet unter uns statt und die Contenance geht dabei flöten. Manch' einer dreht durch und es gibt Mord und Totschlag, weil man im Wettlauf um die Pfründe nicht mithalten kann. Es bleiben dann nur noch unehrenhafte Methoden, um trotzdem zum Ziel zu kommen. Betrug, Korruption, Hinterziehung, weil man auch "haben" will.
In dieser verrohten Gesellschaft werden nachts oder bereits am Tag bevorzugt Frauen, alte Frauen überfallen und ihnen die Handtasche geraubt. Alte, Schwache und Wehrlose überfallen. Fast täglich liest man diese Meldungen. Die seit Jahrzehnten, gerade in Westdeutschland so stolz gepflegte Wettbewerbsgesellschaft hat doch üble Nebeneffekte.
Bei Sportwettbewerben steigen nur die drei Besten aufs Treppchen und da wird auch nur der 1. Platz wirklich wichtig genommen, und die Leistungen der anderen Menschen sind ausgeblendet. Im Sport bedeutet das, dass der Siebt-Platzierte vielleicht hundertstel Sekunden "langsamer" ist. Und schon ist er weniger wert.
Dass in der Gesellschaft, in ihrem Bereich, alle Menschen zum Gelingen des Gemeinwesens beitragen, wird in der Wettbewerbsgesellschaft verdrängt. Nur vorne stehen, im Rampenlicht, ist scheinbar bedeutsam. Was aber ganz und gar nicht der Realität des Menschseins entspricht.
Ein Bedingungsloses Grundeinkommen (bGE) würde das schaffen, was in unseren auf Wirtschaft und Kapital, aber nicht auf die Achtung der Menschenwürde ausgerichteten westlichen Gesellschaftsformen all zulange ausgeblendet wurde: Alle Menschen in einer Gesellschaft sind wichtig. Weil sie Menschen sind.
Dieser Aspekt ist zumindest formell in den sozialistischen Gesellschaften hochgehalten worden, auch wenn auch da die Realität etwas anderes zeigte. Das bGE würde offenbaren, dass wir trotz allen Wettbewerbsgehabe einfach nur Menschen sind und allein dadurch einen angemessenen Umgang untereinander beanspruchen dürfen. Dass wir das lernen müssen, diesen angemessenen Umgang, ist durch die Verrohung bedingt, die ich eingangs angesprochen habe, und allgemein durch die in uns Menschen noch drinsteckende Instinkte aus vergangenen Jahrhunderten: Das Leben bestehe man nur im Kampf um die Ressourcen, gegeneinander. Dagegen ist die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommen meiner Meinung nach elementar mit den Grundrechten, mit den Menschenrechten verknüpft. Existenzielle Sicherheit schafft Menschenwürde.
Und ebenfalls kürzlich hörte ich einen Beitrag im DLF über die bevorstehenden Wahlen in der Republik Kongo. Die Menschen wüssten nicht wen sie wählen sollen. Egal wer dran käme, es würde sich eh nichts ändern. Das kommt mir irgendwie bekannt vor.
Haben wir in diese Länder unser ach so gutes parlamentarisches Staatssystem exportiert? Und die Idee, durch freie Wahlen würde die Demokratie verwirklicht, würde etwas Gutes erreicht?
Demokratie, freie Wahlen, Parlamente, sorgen nicht dafür, dass es den Menschen besser geht, gut geht. Wahlen sind eine moderne Form von Lobbyarbeit. Wer an die Macht kommt, sorgt für die eigene Gruppe zu erst. Sorgt für sich. Die anderen, die Wahlverlierer, kommen, wenn überhaupt, zuletzt dran, wenn es um die Verteilung der Landes-Wertschöpfung geht, wenn es um die Verteilung von existenzsichernden Gütern geht. Parlamentarische Demokratie hat nichts mit Brüderlichkeit der Menschen untereinander zu tun. Denn Parteien und Wahlen sind in keinem Land notwendig, um festzustellen, dass alle Menschen versorgt sein müssen. Dazu genügt der gesunde Menschenverstand. Die Versorgung der Bevölkerung mit existenziell notwendigen Gütern muss organisiert werden. Die Menschen müssen sich untereinander absprechen und die notwendigen Handlungen vollziehen.
Für die Republik Kongo würde das bedeuten, dass man nicht irgendwelche Parteien wählen müsste, um das Gemeinwesen zu gestalten, sondern die Menschen müssten sich umschauen, wem geht es am schlechtesten, um diejenigen kümmern wir uns zuerst. Was ist in einer Gesellschaft immer wichtig, Bildung, Gesundheit, langfristig stabile Lebensbedingungen. Alle wären dazu aufgerufen bei der Bewältigung dieser Aufgaben mitzuwirken, beizutragen und die Versorgung aller zu organisieren. Wahlen und Parteien sind dabei nicht notwendig.
Labels
Althaus
Arbeitslosigkeit
Arbeitsplätze
Automation
Beschäftigungsquote
bGE
bGE Grundeinkommen Köln
bGE-Befürworter
bGE-Gruppe
bGE-Initiative
bGE-Modelle
Bodenschätze
Bühne
Denken
Deutschenhasser
Direkte Demokratie
Diskussion
Eingreif-Szenarien
Einkommenssteuer
Erwerbsarbeit
existenzsichernde Güter
Existenzsicherung
FAZ
Finanzierung
Freiheit
geistige Elite
Geldmenge
Gerechtigkeit
Gesellschaft
Google+
Griechenland
Grund und Boden
Grundeinkommen
Grundeinkommensarbeit
Hilfsangebote
Ideologie
Kleiderkammern
Kongress
Konsum
Konsumsteuer
Kritiker
Leistung
Linke
Marktwirtschaft
Mehrwertsteuer
Menschenbild
Menschenrecht
Menschenrechte
Motivation
München
Netzwerk Grundeinkommen
Nichtvermehrbare Güter
Nominaleinkommen
Notizen
Ökonomie
Piraten
politisches Theater
Ponader
Produktivitätszuwachs
Rationalisierung
reale Existenzsicherung
Realeinkommen
Reichtum
Rollen
Schauspiel
Sozialarbeit
Sprechtheater
Staat
Systemfehler
Szene
Tafeln
Theater
Totalitarismus
Überfluss
Überflussgesellschaft
Videos
Volksabstimmungen
Vuia
Werner
Wirtschaft
Wohnraum
Zinseszins-System
Zinsproblematik
Zukunftsmodell
Sonntag, 20. November 2011
Montag, 10. Oktober 2011
Ein Stück Theater zur gemeinschaftlichen Wertschöpfung
Szenen am gedeckten Tisch
Bühnenaufbau: Ein langer Tisch (Tapeziertisch), Tischdecke?; Pralinen auf einem silbernen Teller; Kuchen, Pappteller, Gabeln; Wasserflaschen, Plastikbecher oder Gläser; Brot, Messer zum Anschneiden, eins, zwei Kleidungsstücke
Musikinstrument: Trommel
Rollen: (Zum Beispiel) 12 MitspielerInnen; Texte anpassen, ob männlich, weibliche Schauspieler; Rollenzuweisung oder ohne; (Dialoge ausbaufähig)
Das Spiel beginnt:
Verteiler, Selbstständiger (A): Das Brot wurde mit viel Mühe erstellt. Das Rezept habe ich mir erarbeitet, morgens um 4 Uhr stehe ich auf, 12 Stunden arbeite ich am Tag. Jetzt habe ich ein Recht darauf, ich möchte gutes Geld verdienen. Das Kuchenstück kostet 2 Euro.
Braucher, Kunde, Arbeitsloser (B): Guter Mensch, danke das sie für uns Andere die Nahrung herstellen und gerne möchte ich ihnen 2 € zahlen, besitze aber das Geld nicht, weil ich kein Einkommen mehr habe, ich habe meine Arbeit verloren, geben sie mir deshalb das Brot umsonst. Ich habe Hunger und muss essen.
Verteiler, Selbstständiger (A): Das tut mir aber leid das Sie arm sind. Aber da kann ich keine Ausnahme machen. Das würde mich ruinieren. Alle, die etwas von mir haben wollen, müssen dies bezahlen.
BraucherIn (D): Hallo ich sehe, sie bieten Wasser an. Ich habe Durst, geben sie mir doch ein Glas Wasser.
Verteiler, Verkäuferin (C): Ja gerne, guter Mensch. Ich stehe hier, um Durstigen zu trinken zu geben. Haben sie denn auch etwas für mich, was sie mir geben könnten?
BraucherIn (D): Ich kann ihnen gerne ein Lied vortragen, über die Güte des Menschen. Wäre ihnen das Recht?
Verteiler, Händler (E): Möchten sie diesen Kuchen, ich kann ihnen diesen geben? Was können sie mir dafür zahlen?
BraucherIn (F): Geld habe ich keines, aber Bezugsscheine. Kann ich ihnen diese geben, für ein Stück Kuchen?
Verteiler, Händler (E): Gerne nehme ich diese. Sie sind durch die Gemeinschaft gedeckt und deshalb von Wert. Hier ist der Kuchen.
Verteiler, Händler (G): Hier habe ich exquisite Pralinen. Hat jemand Lust diese zu essen? 4 Euro das Stück, so gut sind sie.
BraucherIn (H): Ja ich nehme eine. Ich habe Geld wie Heu und brauche keine Pralinen. Ich nehme aber eine, weil ich es mir leisten kann.
VerteilerIn (I): Hier ist Brot und Wasser, wer will es haben?
Braucher, Reisende/r, Wandersfrau, -mann (J): Ich nehme gerne Wasser und Brot. Komme ich doch von weit her und brauche dieses jetzt, um zu leben. Auch ein Dach über dem Kopf des Nachts und Energie zum Kochen und mich zu wärmen muss ich haben, um nicht zu Schaden zu kommen.
VerteilerIn (I): Es ist alles da. Aber gegen was wollen sie es denn tauschen? Haben sie hier Anrechte erworben, besitzen sie Geld oder andere Werte oder haben sie besondere und außerordentliche Fähigkeiten?
Braucher, Reisende/r, Wandersfrau, -mann (J): Nichts dergleichen gute Frau. Von der langen Reise und den Schwierigkeiten in dieses Land zu kommen, bin ich müde und geschwächt und kann deshalb erst mal gar nichts anbieten. Ich bin nur ein Mensch und will meine Existenz erhalten. Gelingt mir dies in ausreichendem Maße, werde ich weiter sehen, was ich sonst noch so machen könnte und wie ich mich im Leben und in der Gemeinschaft einbringen kann.
VerteilerIn (I): Nur Mensch sein allein, reicht nicht, damit ich sie in ihrer Existenz unterstütze. Sie müssen weitere Bedingungen erfüllen, damit sie Hilfe bekommen.
Braucher, Reisende/r, Wandersfrau, -mann (J): Aber ist dies nicht unmenschlich, wie sie sich verhalten? Warum sollte ich weitere Bedingungen erfüllen, damit sie mich menschenwürdig behandeln. Geben sie mir alles, was ich für meine Existenz brauche einfach so!
VerteilerIn (I): Wenn ich ihnen einfach so helfe, kommen immer mehr Menschen zu mir, die „einfach so“ Hilfe haben wollen. Dann will niemand mehr für die Güter bezahlen oder für den Erwerb derselben Bedingungen erfüllen.
Braucher, Reisende/r, Wandersfrau, -mann (J): Jeder der zahlen kann, wird dies tun. Es geht doch nur um die Menschen, die dies nicht können. Die dies momentan nicht können. Sie brauchen immer die existenzsichernden Güter, egal welche Marktpreise es gibt oder welche weiteren Hürden die VerteilerInnen gegenüber den BraucherInnen aufbauen.
Die Wertschöpfung der reichen Industrienationen ermöglicht es, allen Menschen eine bedingungslose Grundversorgung zu gewähren. Man muss dies nur wollen und für richtig erachten.
Verteiler, Politiker (K): Hier ist Wasser und Brot, 50% der gesellschaftlichen Wertschöpfung kann ich verteilen. Das Verteilen dieser gigantischen Menge an Gütern und Dienstleistungen ist eine meiner Hauptaufgaben und eines meiner Hauptinteressen, die ich bei meiner Arbeit habe. Politiker sein, heißt Wertschöpfungsverteiler sein. Ich kann diese an mich selbst verteilen, an die Lobby, der ich zugeneigt bin. Ich kann eine Günstlingswirtschaft pflegen oder nach dem Gießkannen-Prinzip verfahren. Alles ist möglich. Mit solch' einer Macht hat mich der Bürger per Wahlentscheidung ausgestattet. Das ist die Parlamentarische Demokratie. Sie nimmt dem Bürger die Entscheidung und gibt sie mir.
Arbeitslose, prekär Beschäftigte (L): Ich will Wasser und Brot. Ich brauche diese Dinge, um leben zu können.
Verteiler, Politiker (K): Kein Problem gute Frau. Die Dinge sind da und ich habe die Macht sie zu verteilen. Aber hast du auch alle Bedingungen erfüllt, die ich für dich aufgestellt habe? Hast du dich regelmäßig bei der für dich zuständigen Behörde gemeldet, hast du vollständige Angaben darüber gemacht mit welchen Menschen du zusammenwohnst, wie viel Einkommen diese haben. Warst du immer bereit auch die niedrigste, unbequemste, entwürdigenste Arbeit anzunehmen? Meldest du immer deiner Behörde, wenn du deinen Wohnort wechselst, wann und wie lange du in Urlaub fährst, ob du Gespartes hast oder Immobilien und welche Einzahlungen du auf deinem Konto hast und von wem diese sind?
All dies ist Voraussetzung, damit ich dir existenzielle Sicherheit gewähre.
Arbeitslose, Prekär Beschäftigte (L):
Ich soll mich von ihnen und ihren Kontrolleuren erniedrigen und unwürdig behandeln lassen, damit die Gemeinschaft mir hilft, existenziell gesichert zu sein? Unverschämt, infam und dreist, wie sie sich verhalten. Sie treten die Menschenrechte mit Füssen. Diese Gängelung und Bevormundung des Volkes hat ihnen der Souverän, der Bürger erlaubt? Ich kann es nicht glauben.
Verteiler, Politiker (K): Das Volk getraut sich nicht, dem Staat in die Arbeit zu pfuschen. Es ist unmündig und ängstlich. Und mir kann es nur recht sein. Festigt es doch meine Macht.
3 BraucherInnen gleichzeitig (N): Wir wollen Brot, Wasser und Kleidung. Wir haben kein Geld, sind in Not und brauchen es jetzt.
Zwei Trommelschläge, ein wenig zeitversetzt, nachdrücklich ...
Verteiler, Politiker (K): Wer nichts zahlen kann, kriegt nichts!
3 BraucherInnen (N): Reagieren jetzt ungehalten, empören sich, maulen; Erste/r versucht zu stehlen, Zweite/r geht den Politiker aggressiv an, Dritte/r versucht zu betrügen (Falschgeld)
6 BraucherInnen (P) wenden sich den Zuschauern zu. Gleichzeitig setzt ein Trommelwirbel ein, der in Schritttempo übergeht. Sie sprechen: Die Wertschöpfung ist die unserer Gemeinschaft. Alle Menschen brauchen zuerst das Wichtigste, die Existenzsicherung. Danach kommt die individuelle Verteilung, gemäß individueller Leistungen und Kräfte. Die Gesellschaft braucht gemeinschaftliches, verantwortliches Verhalten, die die Würde des einzelnen Menschen achtet.
Existenzielle Not und unwürdige Abhängigkeiten werden wir nicht mehr zu lassen. Wir werden anstelle der Politiker selbst, direkt, entscheiden. Die bedingungslose Existenzsicherung für alle Menschen muss Teil der Menschenrechte werden. Die Menschenrechte als Individualrechte haben Vorrang vor den Gruppenrechten.
Um was geht es - Dialoginhalte
A – B Stichwort „Leistung muss sich lohnen“, in Richtung: Industrielle versus individuelle Produktion – Individuelle, handwerkliche Produktion, teuer, Handarbeit, hoher Stundenlohn, langwierige, genaue Arbeit; aber → Preis pro hergestellte Einheit sinkt bei industrieller, automatisierter und rationalisierter Produktion. Maschinen übernehmen weitestgehend die Herstellung der Waren.
C – D Stichwort „Tauschwirtschaft, Tauschhandel“,
Angebote der Tauschringe mit einbeziehen, Geld ist nicht zwingend Tauschmittel.
E – F Stichwort: „Bezugsrechte organisieren“, z.B. über Belege, Scheine. Es geht um den Bezug der existenzsichernden Güter, nicht um den Besitz von Geld. Sind die Güter da, ist das wichtigste erreicht.
G – H Stichwort: „Ungleicher Reichtum“, exorbitante Einkommen bei einer kleinen Gruppe, Vergrößerung des Niedriglohnbereichs in den letzten Jahren, Verarmung größerer Bevölkerungsgruppen.
I – J Stichwort: „Habenichts“ und „Wo komm' ich her, wo will ich hin“, Menschen die unterwegs sind.
Man kommt irgendwo her und geht irgendwo hin, hat nichts und bringt nichts mit, außer sich selbst. „Unterwegs“ muss man essen, trinken, schlafen, braucht Wärme und Energie für tägliche Verrichtungen. Sind die Dinge dafür da, dies erledigen zu können?
Perspektive: Die Gemeinschaft stellt die Dinge und Dienstleistungen zur Verfügung, die die Menschen brauchen. Die Menschen nutzen sie bei ihren täglichen Unternehmungen.
K – L Stichwort: „Der Wähler und der Parteienstaat“, Rolle des Bürgers in der Gesellschaft und der Politiker; wer entscheidet; wer sollte entscheiden: (Souverän) Bürger <->Politiker,
Parlamentarische Demokratie <-> Direkte Demokratie.
Politiker, entscheidet gegen die Bürger, vertritt nicht die Interessen der Bürger, missachtet die Menschenrechte bei seinen Entscheidungen.
Bürger, „gibt seine Stimme ab“, verliert seine Stimme, hat nichts mehr zu sagen, im Parteienstaat.
Der Politiker kann mit seinen Entscheidungen den Menschen schaden. Direkte Entscheidungen durch die Bevölkerung sind möglich durch die Online-Internetmöglichkeiten, Internetvoten, -abstimmungen, projekt- und themenbezogen.
N Die aktuelle Lage und Situation in den Gesellschaften lässt zukünftig verschiedene Szenarien denkbar erscheinen: Gewalt gegen die staatliche (Un) Ordnung, „Jeder ist sich selbst der Nächste“, Anarchie.
P Die alte, gescheiterte Gesellschaftsordnung wird abgelöst, durch ein neues Konzept stärkerer direkter Entscheidungsbeteiligung durch den Souverän, die peu à peu ausgebaut wird. Ein weiteres Menschenrecht wird den bestehenden Rechten hinzugefügt: Die bedingungslose, materielle Existenzsicherung. Dieses wird direkt durch die Bevölkerung installiert und hat Vorrang vor allen anderen Sicherungs- und Freiheitsentscheidungen der Gemeinschaft. Die Gewährleistung der Menschenrechte ist Hauptanliegen des Staates.
Individualrechte (im Sinne der Menschenrechte) haben Vorrang vor Gruppenrechten.
Idee und Text:Thomas Oberhäuser, 13.08.2011
Text steht unter CC-Lizenz
Szenen am gedeckten Tisch von Thomas Oberhäuser steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported Lizenz.
Labels:
Bühne,
politisches Theater,
Rollen,
Schauspiel,
Sprechtheater,
Szene,
Theater
Donnerstag, 22. September 2011
Was ist Grundeinkommensarbeit?
Überlegungen
zur Grundeinkommens-Arbeit – Ein Brief an die Gruppe
Mit
Motivation, wo hin?
Ich
möchte hier aus einer Email zitieren:
„...
unsere Gruppe trifft sich wieder am
04.04.10....... Wenn Sie mögen kommen Sie dazu und schauen sich die
Gruppe an. Ob sich in nächster Zeit Aktivitäten ergeben, kann ich
nicht sagen. In der Vergangenheit haben wir einige Veranstaltungen
durchgeführt, sind jetzt aber auf der Suche wie wir weiter machen.
Wir sind daran interessiert die Idee
des bedingungslosen Grundeinkommens zu verbreiten,
haben aber nicht unbedingt den Kontakt zu politischen Parteien
gesucht, da wir meinen, dass die Idee nicht von oben verordnet werden
kann.“
Kann
es sein, dass diese Absicht, als Motiv für Grundeinkommens-Arbeit
viel zu schwach ist?
Wenn
man diese Absicht, „die Idee des bedingungslosen
Grundeinkommens zu verbreiten“ mal
genauer untersucht, können tatsächlich Zweifel entstehen, ob sie
genügend Motivation für die tagtägliche Grundeinkommensarbeit
hergibt.
Die Idee
verbreiten bedeutet, über die Idee informieren. Aber wen wollen wir
denn informieren? Bei ein, zwei Veranstaltungen in der Vergangenheit,
hatten wir im Vorfeld Flyer verteilt. Da konnte man ja sehr gut
sehen, welche Menschen einem begegneten. Aber auch die
Veranstaltungen selbst hinterließen einen Eindruck, welche Menschen
anwesend waren. Sowohl bei den Infoständen als auch bei den
Vortrags-Veranstaltungen sind, ich schätze mal 80% Menschen
anzutreffen, die bereits von der Idee wissen. Das sind Menschen, die
man nicht mehr über die Idee des bGE informieren muss. Man bekommt
von ihnen entweder die Antwort, ja die Idee kenne ich, ich bin dafür,
oder sie sagen, dass sie die Idee kennen, aber dagegen sind.
Menschen,
die nach 6 Jahren Götz-Werner Talk-Shows, Zeitungsartikeln,
Radio-Features, Interviews und so weiter, nach der Arbeit vieler
weiterer Grundeinkommens-Aktivisten, wie Sascha Liebermann, Daniel
Häni, Enno Schmidt, Susanne Wiest und viele andere, immer noch
nicht, also überhaupt noch nicht von der Idee des Bedingungslosen
Grundeinkommen gehört haben sind eher selten. In dieser Gruppe sind
aber auch die Leute, die sowieso nicht politisch interessiert sind
und eine abwehrende Handbewegung machen, wenn man ihnen einen Flyer
über das Thema in die Hand drücken möchte.
Wenn man
also unter diesem Aspekt unsere Anliegen und den uns selbst gegebenen
Auftrag sich anschaut, können schon Zweifel aufkommen, ob das sehr
motivierend auf die TeilnehmerInnen wirkt, überwiegend bereits
Informierte zu informieren, mit Gegnern zu diskutieren und
Desinteressierte anzusprechen. Es ist schlichtweg nicht nötig und
überflüssig. Und die wenigen Gutwilligen und trotzdem völlig
Ahnungslosen in Deutschland ausfindig zu machen, soll das wirklich
unser Schicksal sein?
Ich will
aber nicht ausschließen und so sehe ich es ja bei mir selbst, dass
es ein Prozess ist, für sich herauszufinden, was man eigentlich mit
dem Thema will, was für einen selbst Grundeinkommensarbeit ist und
inwieweit diese sinnvoll in einer Gruppe sein könnte. Hier möchte
ich kurz auch einige Einzelheiten ansprechen:
Grundeinkommensarbeit
ist nicht Grundeinkommensarbeit. Spätestens, wenn man sich in die
Einzelheiten der Thematik einarbeitet, sieht man Unterschiede. Es ist
nicht egal, ob man für oder gegen die Konsumsteuer ist, oder sich
eines Urteils enthält, ob man gegen oder für den bGE-Protagonisten
Götz Werner ist, ob man etwas gegen Unternehmer hat oder nicht, ob
man für das bGE ist und gleichzeitig für eine Partei aktiv ist,
oder nicht. Es ist ein Irrtum zu glauben, mit jeder Person sei eine
Zusammenarbeit möglich, nur weil diese beim Stichwort
„Grundeinkommen“ hier gerufen und die Hand gehoben hatte. Deshalb
ist es immer wieder wichtig, zu schauen, ob man in der bGE-Gruppe
noch „in einem Boot sitzt“ und in die gleiche Richtung rudert.
Aber wenn
es vom Sachverhalt her gar nicht unsere Arbeit sein kann, über das
bGE zu informieren, was ist dann unsere Arbeit (Arbeitsaufgabe)?
Auch
ich habe mich in den letzten vier Jahren, in denen ich mich mit dem
Bedingungslosen Grundeinkommen beschäftigte, in meiner Haltung zu
diesem Thema verändert. Seien wir doch mal ehrlich, die Idee zu
verstehen, ist doch wirklich einfach. Aber was kommt dann, besonders,
wenn man sagt, ja, die Idee habe ich verstanden und finde sie gut?
Kommt da wirklich spontan der Wunsch, die Anderen über das bGE zu
informieren oder denkt man nicht an was anderes? Ja, das
Grundeinkommen müsste her! Oder? Eigentlich müsste einem einfallen,
dass man sich für die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommen
einsetzen möchte.
Ich hatte
mich das erste Mal damit beschäftigt, ob das nicht vielleicht meine
Motivation ist, Grundeinkommensarbeit zu machen, nachdem ich einmal
ein Interview mit Götz Werner gelesen hatte und er dort sagte, er
setze sich für die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommen
ein und ich mir überlegte, ob ich das nicht eigentlich auch will und
diese Haltung eine bessere Motivation hergibt als der einfache
Informationsvermittlungs-Anspruch. Hinzu kam, dass bei der
Argumentation Pro-Grundeinkommen der Menschenrechtsaspekt ein starker
Stützpfeiler des bGE-Konzeptes ist (Verletzung der Menschenrechte
durch die Hartz4-Gesetze; Existenzsicherung als Grundrecht) und man
eigentlich gar nicht anders kann, als für die Einführung von
Menschenrechten sich einzusetzen.
Hat
man dann einmal die Spur gefunden und das Ziel der eigenen
Grundeinkommensarbeit neu formuliert, gewinnt der
Informationsvermittlungs-Anspruch plötzlich eine ganz andere
Qualität. Denn jetzt geht es nicht mehr darum, nur zu informieren,
weil die Idee so gut ist und weil man meint, wirklich alle sollten
informiert sein, sondern der Wunsch zu informieren ergibt
sich aus dem Anspruch, die eigene Arbeit für die Einführung eines
Bedingungslosen Grundeinkommen zu begründen.
Labels:
bGE-Gruppe,
bGE-Initiative,
Grundeinkommensarbeit,
Motivation,
Notizen
Samstag, 17. September 2011
Die Konsumsteuer in der Diskussion
Zum
Konsumsteuer-Thema ist ein Beitrag
von Robert Ulmer, Redakteur des Netzwerk Grundeinkommen, auf der
Netzwerkseite „Akzente“ zu lesen.
In einer Antwort auf diesen Beitrag möchte ich mich mit den Äußerungen Herrn Ulmers auseinandersetzen. Ich zitiere dabei auszugsweise aus seinem Beitrag und beziehe mich auf seine gewählte Kapitelunterteilung. (Zitate sind an Kursiv-Schrift erkennbar)
Punkt 1.
Die Befürworter der Konsumsteuerfinanzierung argumentieren, es sei gerecht, dass nicht derjenige die Steuerlast trage, der eine Leistung erbringt, sondern derjenige, welcher eine Leistung anderer in Anspruch nimmt. Wer konsumiere, nehme aber nicht nur die Leistung des Anbieters in Anspruch, sondern indirekt auch die staatliche Infrastruktur, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Diese hat wiederum der Produzent in Anspruch genommen, sie haben die Leistung des Produzenten/Anbietenden ermöglicht. Deshalb solle der Konsument beim Kauf der Leistung auch für die Erstellung dieser gesellschaftlichen Rahmenbedingungen bezahlen, in Form einer Konsumsteuer, also einer entsprechend erhöhten Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer).
Ulmer erweckt in diesem ersten Abschnitt seines Beitrags den Eindruck, er würde die Absicht der Konsumsteuer erklären. Er tut dies aber mitnichten. Stattdessen verdreht er den Gedanken und unterstellt den Konsumsteuer-Befürwortern (KB) Absichten und Äußerungen, die nur er selbst in diesem Beitrag von sich gibt. Vielleicht sollte man nach diesen Äußerungen Ulmers nochmal sagen, warum Steuern gezahlt werden: Damit die Gemeinschaft Arbeiten für uns alle erledigen kann, sollten wir Bürgerinnen und Bürger einen Beitrag dafür geben.
Ulmer unterstellt den KB den Begriff „parasitär“. Dabei ist diese Äußerung nur von ihm gemacht worden. Das ist eine unverschämte Art der Auseinandersetzung.
Unter Punkt 4. schreibt Ulmer:
Die Konsumsteuer führt dazu, dass diejenigen, die prozentual mehr von ihrem Einkommen ausgeben und weniger sparen (also Menschen mit niedrigem Einkommen), prozentual mehr Steuern zahlen müssen.
Ulmer vermischt bei dieser Aussage eine Vielzahl von Ansprüchen.
Denn was bewirkt der Konsumsteuer-Ansatz: Leistung wird von der steuerlichen Belastung freigestellt, und erst wenn "die Früchte" verteilt werden, sollte ein jeder seinen Obolus für die Gemeinschaft beitragen. Das geschieht dann im Moment des Konsums. Die Konsumsteuer bietet die Möglichkeit, wie heute bereits die Mehrwertsteuer, gezielt einzelne Produktgruppen und Dienstleistungen unterschiedlich zu besteuern. Man muss es nur machen! Alles, was zur Existenzsicherung notwendig ist, sollte steuerlich gering belastet sein. Alles was Luxus ist, könnte steuerlich stark belastet werden. Es liegt an den Entscheidungsträgern, dies umzusetzen. Im Übrigen darf man nicht vergessen, dass der Konsumsteuer-Ansatz gedacht wird und gilt, für die Zeit, in der bereits ein Bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt ist! Das heißt, die Menschen sind nicht in Not, egal wie viel Prozent sie im Vergleich zu den Reichen ausgeben oder sparen. Sie ist schlichtweg nicht relevant, diese Frage. Zumindest nicht im Verhältnis zur gigantischen positiven Wirkung, die die Einführung eines bGE auf unsere Gesellschaft haben würde. Mir scheint sowieso, dass Ulmer ganz in der Tradition der linken und gewerkschaftlichen Feindbild-Argumentation verharrt. Beim Stichwort Unternehmer kommt halt gleich der Beißreflex.
Natürlich kann und soll auch über die riesigen Unterschiede bei Einkommen, Vermögen, Grundbesitz, etc nachgedacht werden. Ich bin der Meinung, dass über den Besitz an Grund und Boden neu verhandelt werden sollte. Bodenschätze, Luft, Wasser, Raum, brauchen wir Menschen auf der Erde gleichermaßen und müssen geteilt werden.
Punkt 5.
Für die Konsumsteuer spricht die in 1. genannte Gerechtigkeitsvorstellung, dass der Konsumierende beim Kauf auch die staatliche Infrastruktur gleich mitfinanzieren solle.
Steuern sind Beiträge zu Gemeinschaftsaufgaben und sollen helfen diese zu erledigen. Das ist in erster Linie ein praktischer Aspekt und bedarf überhaupt nicht einer Art Gerechtigkeitsanmerkung. Das heißt, der Konsument soll im Sinne des Konsumsteuer-Konzepts gar nichts. Hier konstruiert Ulmer seine eigene Version einer Konsumsteuer-Idee.
Die ökonomisch Stärkeren (die „stärkeren Schultern“) können und sollen mehr tragen als die Schwächeren, und zwar unabhängig davon, wie viel die betreffenden Personen konsumieren. Deshalb ist eine Besteuerung des Einkommens (und in gewissem Umfang auch des Vermögens und des Erbes) sinnvoll.
Dagegen ist nichts einzuwenden, dass die Wertschöpfung eines Landes allen Menschen zugutekommt. Bei Ulmer wird daraus aber gleich eine Attacke gegen „betreffende Personen“. Ich würde da eher schrittweise vorgehen und erstmal das Bedingungslose Grundeinkommen einführen. Dann kann man schauen, was als Nächstes kommt. - Revolutionen sind nicht wirklich gut verlaufen.
Punkt 6.
Die durch eine Konsumsteuerfinanzierung verstärkte Vermögenskonzentration hat eine weitere fatale Konsequenz.
Hier wird eine Behauptung aufgestellt, die Entwicklungen in der Zukunft vorwegnimmt, von denen wir überhaupt nicht wissen, ob sie so verlaufen, wie Ulmer das sieht. Verstärkt eine Steuererhebung über den Konsum die Vermögenskonzentration?
Der Souverän, die Bürgerinnen und Bürger, vertreten durch Staatsdiener, haben sicher ein umfangreicheres Instrumentarium, als nur die Konsumsteuer, wenn es um die Handhabung von Vermögenskonzentrationen geht.
Weil die Wohlhabenden aber im Verhältnis zu ihrem Einkommen weniger konsumieren als der Rest der Gesellschaft, führt dies dazu, dass der gesamtwirtschaftliche Konsum schwächer steigt als das Volkseinkommen. Damit steigen auch die Konsumsteuereinnahmen nur unterpropotional.
Ulmer beschäftigt sich hier mit der Konsumsteuer als Finanzierungsgrundlage für das Bedingungslose Grundeinkommen. Unabhängig von diesem Aspekt der Konsumsteuer-Bedeutung kann die Konsumsteuer aber einfach als die bessere Steuererhebungsmethode angesehen werden. Sie hat für die Bevölkerung mehr Vorteile, als die Einkommenssteuer.
Ulmer hat es dagegen mit den Unternehmern, den Reichen, den Vermögenden, denen mit Erbe und so weiter. Er will nicht, das sie einfach so davon kommen. Seine ganze perspektivische Handhabung des Konsumsteuer-Themas ist allein auf diesen Aspekt einer Betrachtung ausgerichtet. Dass er dabei die Vorteile der Konsumsteuer für den Normalbürger opfert, um die Reichen beim Schlafittchen zu kriegen, ist ihm egal. Hauptsache die Vermögenden sind zu packen.
Dabei hat diese ganze Idee, ausgerechnet die Einkommenssteuer als Lösung gegen Vermögende einsetzen zu wollen, schon was Tragisches. Ist sie nicht jetzt im Moment im Einsatz und entfaltet dabei null Wirkung gerade in dem Bereich, für den Ulmer sie vorgesehen hat? Die gelungene Steuerhinterziehung ist heute Alltag. Erst jetzt hat die Bundesregierung ein Gesetz erlassen, dass Steuerhinterzieher die ihr Geld in die Schweiz schafften, straffrei stellt, wenn die Schweizer Regierung automatisch einen bestimmten Prozentsatz der hinterzogenen Gelder an den deutschen Fiskus überweist.
Punkt 7.
Das Resultat wäre, dass die Preise weitgehend politisch gesetzt würden und nicht mehr die Knappheit der eingesetzten Ressourcen widerspiegelten, sondern politische Kräfteverhältnisse. Nicht die Marktkräfte von Angebot und Nachfrage, sondern der Sozialismus staatlicher Preisfestsetzungen, z.B. eine willkürliche Unterscheidung zwischen Luxus und „Kultur“, würde die Ökonomie bestimmen.
Der
Vorteil des bedingungslosen Grundeinkommens, viel Bürokratie
überflüssig zu machen, würde durch die alleinige Konsumbesteuerung
aufgezehrt.
Ulmer argumentiert, hohe Konsumsteuersätze würden die Steuerhinterziehung bei der Konsumsteuer forcieren und dadurch würde wieder viel Bürokratie notwendig werden, um Steuerhinterziehung einzudämmen, die doch nach Aussage der Konsumsteuer-Befürworter durch die Einführung der Konsumsteuer eingespart werden könnte.
Hier spekuliert Ulmer, wie es sein wird wenn dies und das passiert. Ich selbst bin der Meinung, das Steuerhinterziehung bei alleiniger Konsumsteuer schwieriger wird. Weil die Finanzbehörden nicht mehr die Behauptungen der Einkommenssteuerpflichtigen über ihr Einkommen prüfen müssen (das ist der Fall heute), sondern bei alleiniger Konsumbesteuerung auf das schauen können, was jemand an Besitztümern hat und Dienstleistungen in Anspruch nahm.
Es ist einfacher einen Geldbetrag zu verstecken oder Anspruchscheine, als einen Ferrari, den man doch so gerne der übrigen Welt zeigen möchte, oder die Burg in der Schweiz, die man sich mit hinterzogenem Geld leisten konnte. Ich bin also der Meinung, dass wir sehr wohl Bürokratie einsparen und dennoch sehr erfolgreich gegen Steuerhinterziehung vorgehen können.
Nun würde die durch das BGE realisierte Abschaffung des Erwerbszwanges alternative Formen der Ökonomie ermöglichen. Diese interessante und erfreuliche Entwicklung würde abgeschnitten, das nichtmonetäre Tauschen von Gütern und Dienstleistungen müsste kriminalisiert werden, wenn die einzige Steuerquelle eine hohe Konsumsteuer wäre.
Das ist eine bloße Behauptung Ulmers, dass sich dies so ergeben würde: Die Einführung der Konsumsteuer führe zu einer Kriminalisierung des Tauschhandels. Dies anzunehmen erscheint mir schon reichlich abstrus. Auch wenn die Konsumsteuer zur Finanzierung des bGE beiträgt, muss sie nicht zwangsläufig die alleinige Basis für die Gewährung eines Bedingungslosen Grundeinkommen sein. Hier ist Ulmers Gedankengebäude sehr eng gedacht und die daraus resultierenden Folgeerscheinungen mögen zu willkürlich gewählt sein.
Punkt 9.
Mit einer hohen Konsumsteuer in Deutschland würde der Exportriese andere Länder ökonomisch noch mehr in Knie zwingen als er es heute – unnötiger- und gefährlicherweise – ohnehin schon tut.
Diese Argumentation ist geradezu abstrus und perfide. Die billigen Produkte aus dem Ausland werden gerade in den produktivsten Ländern wie China (ein volksdiktatorisch-kommunistischer Staat mit einem pseudo-kapitalistischen Mäntelchen), durch massive Menschenrechtsverletzungen erkauft. Menschen werden in zwangsarbeiterähnlichen Verhältnissen zur Selbstausbeutung getrieben und wir fördern diesen Zustand, in dem wir Waren die durch diese Umstände zustande kamen, kaufen. „Fair-Trade“ ist das nun wirklich nicht. Und Herr Ulmer ist sich nicht zu schade, für diese Verhältnisse das Wort zu reden.
Die Konsumsteuer hat eine allgemeingültige positive Wirkung auf die Gesellschaften überhaupt, egal in welchem Land. Eine sinnvolle Umstellung nicht zu tätigen wäre nicht zu rechtfertigen. Aber sowohl das Bedingungslose Grundeinkommen als auch die Mehrwertsteuer/Konsumsteuer sind überall in der Welt Thema und wenn wir in Deutschland unser Steuerkonzept weiterentwickeln, werden die anderen Länder aufmerksam diese Entwicklungen begleiten und diesem Konzept womöglich folgen. Diktatorisch und totalitär geführte Länder kann man dabei nicht als Maßstab für gesellschaftliches Verhalten heranziehen.
Umgekehrt würden durch die Konsumsteuer vom Ausland dringend benötigte Produkte aus Deutschland deutlich preisgünstiger, was diesen Ländern zugutekäme und was Ulmer ebenfalls unterschlägt.
Die Konsumsteuer hat mit „das Ausland in die Knie zwingen“ überhaupt nichts zu tun. Dies sind Gedankengebäude Ulmers, die er der Konsumsteuer-Idee anhängen will.
Punkt 10.
Es wäre deshalb moralisch nicht vertretbar, die Einführung des BGE und die ersten Schritte in Richtung auf ein BGE mit einer – wenn überhaupt – nur sehr langsam zu verwirklichenden Totalumstellung des Steuersystems auf eine alleinige Konsumsteuer zu verknüpfen.
Dieser Absatz von Robert Ulmer gefällt mir eigentlich sehr gut. Ich bin auch der Meinung, dass das bGE umgehend eingeführt werden sollte. Und auch die von ihm genannten „ersten“ Schritte finde ich gut.
Ich bin aber der Meinung, dass die Konsumsteuer die bessere Steuer ist. Und dabei geht es mir nicht in erster Linie um die Frage der Finanzierung eines bGE.
Die Konsumsteuer ist besser für die Menschen, die Wirtschaft, die Gesellschaft, als es die Einkommenssteuer ist.
Punkt 11.
Die Gesellschaft „läuft“ auf den bereits beschrittenen Pfaden. Neuerungen können dann leichter eingeführt werden, wenn alles andere wie gehabt weiterlaufen kann.
Eine schrittweise Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommen könnte sofort stattfinden. Das wäre zu begrüßen. Die Menschen sollen sich mit dem Thema Steuern auseinandersetzen. Für mich ist die Konsumsteuer einfach die bessere Steuer. Und Argumente dafür gibt es genug. Die Nachteile der Einkommenssteuer sind heute tagtäglich erlebbar!
Punkt 12.
Doch auch ein Steuerfreibetrag ist Ergebnis politischer Auseinandersetzung. ....eine Konsumsteuer ließe sich durchaus mit einer herkömmlichen Grundsicherung mit Arbeitszwang und Mitwirkungspflichten, mit Bedürftigkeitsprüfung und Sanktionsdrohung kombinieren.
Die Grundeinkommens-Idee ist bei Götz Werner und Benedictus Hardorp aus den Überlegungen zum Steuerrecht entstanden. Wie Herr Ulmer richtig sagt, als Steuerfreibetrag. Natürlich kann man sich die Konsumsteuer und die Einkommenssteuer in allen möglichen anderen Konstellationen vorstellen. Aber das spricht ja nicht gegen die Konsumsteuer. Der Bürger sollte selbst entscheiden und selber die Themen durchdenken.
Punkt 13.
…. insbesondere die meritokratische Gerechtigkeitsvorstellung, der zufolge nur jene Geld bekommen sollen, die es durch eigene Leistung (oder zumindest Bemühung) verdienen.
Die zentrale Auseinandersetzung um das Grundeinkommen wird immer die Auseinandersetzung mit dieser unbarmherzigen Verdienst-Moral sein müssen.
Ein Hindernis, wenn überhaupt, wäre genau diese Vorstellung, dass solche Fragestellungen wichtig sind. Aber es gibt im Leben des Menschen sowieso nur zwei Möglichkeiten zu einer Versorgung seiner selbst zu gelangen: Er nutzt die Früchte der Natur als Jäger und Sammler oder leistet eine Umwandlung, Veredelung, Wert-Schöpfung. Beides ist aber immer Arbeit. Selbst das Pflücken eines Apfels kann anstrengend sein. :-)
Deshalb würde ich sagen, ruhig Blut, das Leisten ist gar nicht so ein dramatisches und Sorgen behaftetes Thema. Wir Menschen sind doch auch gerne aktiv. Und da wären wir wieder beim Menschenbild. Herr Ulmers Blick auf die Welt und die Menschen ist da etwas zu pessimistisch.
FAZIT:
Wenn überhaupt, so hat Herr Ulmer die Vorteile der Konsumsteuer ausschließlich in seine kritische und ablehnende Argumentation verbaut, sodass man sie kaum noch erkennen kann. Seine Hauptsorge besteht mithin darin, dass „die da oben“ nicht genügend zur Kasse gebeten und die, die arbeiten nicht zu sehr in den Himmel gehoben werden. Klassenkampf ist das allemal. Und ideologisches Denken wohl auch. Brauchen wir das heute noch? Ich denke, nein. Die gesellschaftlichen Probleme sachlich und nüchtern angehen. Die Vorteile eines Weges für uns Menschen und die Gesellschaft abschätzen. Mehr braucht man nicht. Freund-Feind-Muster sind da eher störend.
Konsumsteuer - Einkommenssteuer
Das Latte Macchiato-Beispiel:
In einer Antwort auf diesen Beitrag möchte ich mich mit den Äußerungen Herrn Ulmers auseinandersetzen. Ich zitiere dabei auszugsweise aus seinem Beitrag und beziehe mich auf seine gewählte Kapitelunterteilung. (Zitate sind an Kursiv-Schrift erkennbar)
Punkt 1.
Die Befürworter der Konsumsteuerfinanzierung argumentieren, es sei gerecht, dass nicht derjenige die Steuerlast trage, der eine Leistung erbringt, sondern derjenige, welcher eine Leistung anderer in Anspruch nimmt. Wer konsumiere, nehme aber nicht nur die Leistung des Anbieters in Anspruch, sondern indirekt auch die staatliche Infrastruktur, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Diese hat wiederum der Produzent in Anspruch genommen, sie haben die Leistung des Produzenten/Anbietenden ermöglicht. Deshalb solle der Konsument beim Kauf der Leistung auch für die Erstellung dieser gesellschaftlichen Rahmenbedingungen bezahlen, in Form einer Konsumsteuer, also einer entsprechend erhöhten Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer).
Ulmer erweckt in diesem ersten Abschnitt seines Beitrags den Eindruck, er würde die Absicht der Konsumsteuer erklären. Er tut dies aber mitnichten. Stattdessen verdreht er den Gedanken und unterstellt den Konsumsteuer-Befürwortern (KB) Absichten und Äußerungen, die nur er selbst in diesem Beitrag von sich gibt. Vielleicht sollte man nach diesen Äußerungen Ulmers nochmal sagen, warum Steuern gezahlt werden: Damit die Gemeinschaft Arbeiten für uns alle erledigen kann, sollten wir Bürgerinnen und Bürger einen Beitrag dafür geben.
Die
Besteuerung des Einkommens dagegen ist für die Befürworter der
Konsumsteuerfinanzierung ein parasitärer Eingriff des Staates, der
die Leistenden hemmen würde.
Ulmer unterstellt den KB den Begriff „parasitär“. Dabei ist diese Äußerung nur von ihm gemacht worden. Das ist eine unverschämte Art der Auseinandersetzung.
Im
2. Abschnitt seines Beitrages behauptet Ulmer die
Konsumsteuer sei kaum
weniger leistungshemmend als eine Einkommensteuer. Und
begründet dies so: Denn
genauso wie die Einkommensteuer durch direkten Abzug beim Einkommen,
führt auch die Konsumsteuer durch höhere Güterpreise dazu, dass
Arbeits- und Kapitaleinkommen real niedriger sind, als sie ohne
Steuererhebung wären.
Ulmer
behauptet, dass es egal sei, an welcher Stelle die Steuer erhoben
würde, da der Einkommensempfänger so oder so den Steueranteil
abrechnen müsse, ob in der Mitte oder am Ende seines
Leistungsbezugs.
Ulmer
unterschlägt dabei einen bedeutenden Aspekt der Konsumsteuer-Idee.
Nach der Konsumsteuer-Konzeption kommt es eben nicht zu höheren
Güterpreisen, weil es die gleiche Steuer, der gleiche Steueranteil
ist, der fällig wird. (siehe Latte Macchiato-Beispiele)
Er wird nur an anderer Stelle erhoben. Und dieses technische Detail führt dazu, das ein zentraler Vorteil der Konsumsteuer wirksam wird. Nämlich die Verschiebung der Richtungsentscheidung wie Geld verwendet wird, mehr hin in die Zuständigkeit der Bürgerinnen und Bürger. Das heißt das Geld, das ihnen kommentarlos weggenommen wurde bei der Einkommenssteuer, haben die Lohnempfänger noch bis zum Schluss ihrer Kaufentscheidung. Erst dann wird der Steuerobolus fällig. Dies ist ein bedeutender Vorteil, den die Einkommenssteuer nicht bietet. Der Bürger hat bei der Konsumsteuer einfach mehr Geld in der Tasche!
Er wird nur an anderer Stelle erhoben. Und dieses technische Detail führt dazu, das ein zentraler Vorteil der Konsumsteuer wirksam wird. Nämlich die Verschiebung der Richtungsentscheidung wie Geld verwendet wird, mehr hin in die Zuständigkeit der Bürgerinnen und Bürger. Das heißt das Geld, das ihnen kommentarlos weggenommen wurde bei der Einkommenssteuer, haben die Lohnempfänger noch bis zum Schluss ihrer Kaufentscheidung. Erst dann wird der Steuerobolus fällig. Dies ist ein bedeutender Vorteil, den die Einkommenssteuer nicht bietet. Der Bürger hat bei der Konsumsteuer einfach mehr Geld in der Tasche!
In
Punkt 3. behauptet Ulmer, die Aussage der Konsumsteuer-Konzeption,
letztlich zahle immer der Verbraucher die Steuern, sei falsch. Und
begründet dies damit:
Steuern
können aber nur in dem Umfang in den Preis einkalkuliert werden, wie
es der Marktmacht des Anbieters entspricht.
Ich
muss zugeben, dass ich selbst nicht Unternehmer bin. Ich halte aber
die Aussagen von z.B. Götz Werner für schlüssig, nachvollziehbar
und glaubwürdig, dass sich kein Unternehmen am Markt halten könnte,
wenn es nicht die Steuern die es zahlen muss, als Kosten in die
Preise der gehandelten Güter und Dienstleistungen mit einrechnen
würde. Vielleicht könnten sich zu diesem Thema auch nochmal weitere
UnternehmerInnen zu Wort melden.
Unter Punkt 4. schreibt Ulmer:
Die Konsumsteuer führt dazu, dass diejenigen, die prozentual mehr von ihrem Einkommen ausgeben und weniger sparen (also Menschen mit niedrigem Einkommen), prozentual mehr Steuern zahlen müssen.
Ulmer vermischt bei dieser Aussage eine Vielzahl von Ansprüchen.
Denn was bewirkt der Konsumsteuer-Ansatz: Leistung wird von der steuerlichen Belastung freigestellt, und erst wenn "die Früchte" verteilt werden, sollte ein jeder seinen Obolus für die Gemeinschaft beitragen. Das geschieht dann im Moment des Konsums. Die Konsumsteuer bietet die Möglichkeit, wie heute bereits die Mehrwertsteuer, gezielt einzelne Produktgruppen und Dienstleistungen unterschiedlich zu besteuern. Man muss es nur machen! Alles, was zur Existenzsicherung notwendig ist, sollte steuerlich gering belastet sein. Alles was Luxus ist, könnte steuerlich stark belastet werden. Es liegt an den Entscheidungsträgern, dies umzusetzen. Im Übrigen darf man nicht vergessen, dass der Konsumsteuer-Ansatz gedacht wird und gilt, für die Zeit, in der bereits ein Bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt ist! Das heißt, die Menschen sind nicht in Not, egal wie viel Prozent sie im Vergleich zu den Reichen ausgeben oder sparen. Sie ist schlichtweg nicht relevant, diese Frage. Zumindest nicht im Verhältnis zur gigantischen positiven Wirkung, die die Einführung eines bGE auf unsere Gesellschaft haben würde. Mir scheint sowieso, dass Ulmer ganz in der Tradition der linken und gewerkschaftlichen Feindbild-Argumentation verharrt. Beim Stichwort Unternehmer kommt halt gleich der Beißreflex.
Natürlich kann und soll auch über die riesigen Unterschiede bei Einkommen, Vermögen, Grundbesitz, etc nachgedacht werden. Ich bin der Meinung, dass über den Besitz an Grund und Boden neu verhandelt werden sollte. Bodenschätze, Luft, Wasser, Raum, brauchen wir Menschen auf der Erde gleichermaßen und müssen geteilt werden.
Punkt 5.
Für die Konsumsteuer spricht die in 1. genannte Gerechtigkeitsvorstellung, dass der Konsumierende beim Kauf auch die staatliche Infrastruktur gleich mitfinanzieren solle.
Steuern sind Beiträge zu Gemeinschaftsaufgaben und sollen helfen diese zu erledigen. Das ist in erster Linie ein praktischer Aspekt und bedarf überhaupt nicht einer Art Gerechtigkeitsanmerkung. Das heißt, der Konsument soll im Sinne des Konsumsteuer-Konzepts gar nichts. Hier konstruiert Ulmer seine eigene Version einer Konsumsteuer-Idee.
Die ökonomisch Stärkeren (die „stärkeren Schultern“) können und sollen mehr tragen als die Schwächeren, und zwar unabhängig davon, wie viel die betreffenden Personen konsumieren. Deshalb ist eine Besteuerung des Einkommens (und in gewissem Umfang auch des Vermögens und des Erbes) sinnvoll.
Dagegen ist nichts einzuwenden, dass die Wertschöpfung eines Landes allen Menschen zugutekommt. Bei Ulmer wird daraus aber gleich eine Attacke gegen „betreffende Personen“. Ich würde da eher schrittweise vorgehen und erstmal das Bedingungslose Grundeinkommen einführen. Dann kann man schauen, was als Nächstes kommt. - Revolutionen sind nicht wirklich gut verlaufen.
Punkt 6.
Die durch eine Konsumsteuerfinanzierung verstärkte Vermögenskonzentration hat eine weitere fatale Konsequenz.
Hier wird eine Behauptung aufgestellt, die Entwicklungen in der Zukunft vorwegnimmt, von denen wir überhaupt nicht wissen, ob sie so verlaufen, wie Ulmer das sieht. Verstärkt eine Steuererhebung über den Konsum die Vermögenskonzentration?
Der Souverän, die Bürgerinnen und Bürger, vertreten durch Staatsdiener, haben sicher ein umfangreicheres Instrumentarium, als nur die Konsumsteuer, wenn es um die Handhabung von Vermögenskonzentrationen geht.
Weil die Wohlhabenden aber im Verhältnis zu ihrem Einkommen weniger konsumieren als der Rest der Gesellschaft, führt dies dazu, dass der gesamtwirtschaftliche Konsum schwächer steigt als das Volkseinkommen. Damit steigen auch die Konsumsteuereinnahmen nur unterpropotional.
Ulmer beschäftigt sich hier mit der Konsumsteuer als Finanzierungsgrundlage für das Bedingungslose Grundeinkommen. Unabhängig von diesem Aspekt der Konsumsteuer-Bedeutung kann die Konsumsteuer aber einfach als die bessere Steuererhebungsmethode angesehen werden. Sie hat für die Bevölkerung mehr Vorteile, als die Einkommenssteuer.
Ulmer hat es dagegen mit den Unternehmern, den Reichen, den Vermögenden, denen mit Erbe und so weiter. Er will nicht, das sie einfach so davon kommen. Seine ganze perspektivische Handhabung des Konsumsteuer-Themas ist allein auf diesen Aspekt einer Betrachtung ausgerichtet. Dass er dabei die Vorteile der Konsumsteuer für den Normalbürger opfert, um die Reichen beim Schlafittchen zu kriegen, ist ihm egal. Hauptsache die Vermögenden sind zu packen.
Dabei hat diese ganze Idee, ausgerechnet die Einkommenssteuer als Lösung gegen Vermögende einsetzen zu wollen, schon was Tragisches. Ist sie nicht jetzt im Moment im Einsatz und entfaltet dabei null Wirkung gerade in dem Bereich, für den Ulmer sie vorgesehen hat? Die gelungene Steuerhinterziehung ist heute Alltag. Erst jetzt hat die Bundesregierung ein Gesetz erlassen, dass Steuerhinterzieher die ihr Geld in die Schweiz schafften, straffrei stellt, wenn die Schweizer Regierung automatisch einen bestimmten Prozentsatz der hinterzogenen Gelder an den deutschen Fiskus überweist.
Punkt 7.
Das Resultat wäre, dass die Preise weitgehend politisch gesetzt würden und nicht mehr die Knappheit der eingesetzten Ressourcen widerspiegelten, sondern politische Kräfteverhältnisse. Nicht die Marktkräfte von Angebot und Nachfrage, sondern der Sozialismus staatlicher Preisfestsetzungen, z.B. eine willkürliche Unterscheidung zwischen Luxus und „Kultur“, würde die Ökonomie bestimmen.
Es bleibt rätselhaft, warum jetzt
ausgerechnet ein staatlicher Gestaltungseinfluss etwas Schlechtes
sein soll, wo Ulmer noch kurz vorher nach der ordnenden Hand gerufen
hatte.
Punkt
8.
Ulmer argumentiert, hohe Konsumsteuersätze würden die Steuerhinterziehung bei der Konsumsteuer forcieren und dadurch würde wieder viel Bürokratie notwendig werden, um Steuerhinterziehung einzudämmen, die doch nach Aussage der Konsumsteuer-Befürworter durch die Einführung der Konsumsteuer eingespart werden könnte.
Hier spekuliert Ulmer, wie es sein wird wenn dies und das passiert. Ich selbst bin der Meinung, das Steuerhinterziehung bei alleiniger Konsumsteuer schwieriger wird. Weil die Finanzbehörden nicht mehr die Behauptungen der Einkommenssteuerpflichtigen über ihr Einkommen prüfen müssen (das ist der Fall heute), sondern bei alleiniger Konsumbesteuerung auf das schauen können, was jemand an Besitztümern hat und Dienstleistungen in Anspruch nahm.
Es ist einfacher einen Geldbetrag zu verstecken oder Anspruchscheine, als einen Ferrari, den man doch so gerne der übrigen Welt zeigen möchte, oder die Burg in der Schweiz, die man sich mit hinterzogenem Geld leisten konnte. Ich bin also der Meinung, dass wir sehr wohl Bürokratie einsparen und dennoch sehr erfolgreich gegen Steuerhinterziehung vorgehen können.
Nun würde die durch das BGE realisierte Abschaffung des Erwerbszwanges alternative Formen der Ökonomie ermöglichen. Diese interessante und erfreuliche Entwicklung würde abgeschnitten, das nichtmonetäre Tauschen von Gütern und Dienstleistungen müsste kriminalisiert werden, wenn die einzige Steuerquelle eine hohe Konsumsteuer wäre.
Das ist eine bloße Behauptung Ulmers, dass sich dies so ergeben würde: Die Einführung der Konsumsteuer führe zu einer Kriminalisierung des Tauschhandels. Dies anzunehmen erscheint mir schon reichlich abstrus. Auch wenn die Konsumsteuer zur Finanzierung des bGE beiträgt, muss sie nicht zwangsläufig die alleinige Basis für die Gewährung eines Bedingungslosen Grundeinkommen sein. Hier ist Ulmers Gedankengebäude sehr eng gedacht und die daraus resultierenden Folgeerscheinungen mögen zu willkürlich gewählt sein.
Punkt 9.
Mit einer hohen Konsumsteuer in Deutschland würde der Exportriese andere Länder ökonomisch noch mehr in Knie zwingen als er es heute – unnötiger- und gefährlicherweise – ohnehin schon tut.
Diese Argumentation ist geradezu abstrus und perfide. Die billigen Produkte aus dem Ausland werden gerade in den produktivsten Ländern wie China (ein volksdiktatorisch-kommunistischer Staat mit einem pseudo-kapitalistischen Mäntelchen), durch massive Menschenrechtsverletzungen erkauft. Menschen werden in zwangsarbeiterähnlichen Verhältnissen zur Selbstausbeutung getrieben und wir fördern diesen Zustand, in dem wir Waren die durch diese Umstände zustande kamen, kaufen. „Fair-Trade“ ist das nun wirklich nicht. Und Herr Ulmer ist sich nicht zu schade, für diese Verhältnisse das Wort zu reden.
Die Konsumsteuer hat eine allgemeingültige positive Wirkung auf die Gesellschaften überhaupt, egal in welchem Land. Eine sinnvolle Umstellung nicht zu tätigen wäre nicht zu rechtfertigen. Aber sowohl das Bedingungslose Grundeinkommen als auch die Mehrwertsteuer/Konsumsteuer sind überall in der Welt Thema und wenn wir in Deutschland unser Steuerkonzept weiterentwickeln, werden die anderen Länder aufmerksam diese Entwicklungen begleiten und diesem Konzept womöglich folgen. Diktatorisch und totalitär geführte Länder kann man dabei nicht als Maßstab für gesellschaftliches Verhalten heranziehen.
Umgekehrt würden durch die Konsumsteuer vom Ausland dringend benötigte Produkte aus Deutschland deutlich preisgünstiger, was diesen Ländern zugutekäme und was Ulmer ebenfalls unterschlägt.
Die Konsumsteuer hat mit „das Ausland in die Knie zwingen“ überhaupt nichts zu tun. Dies sind Gedankengebäude Ulmers, die er der Konsumsteuer-Idee anhängen will.
Punkt 10.
Es wäre deshalb moralisch nicht vertretbar, die Einführung des BGE und die ersten Schritte in Richtung auf ein BGE mit einer – wenn überhaupt – nur sehr langsam zu verwirklichenden Totalumstellung des Steuersystems auf eine alleinige Konsumsteuer zu verknüpfen.
Dieser Absatz von Robert Ulmer gefällt mir eigentlich sehr gut. Ich bin auch der Meinung, dass das bGE umgehend eingeführt werden sollte. Und auch die von ihm genannten „ersten“ Schritte finde ich gut.
Ich bin aber der Meinung, dass die Konsumsteuer die bessere Steuer ist. Und dabei geht es mir nicht in erster Linie um die Frage der Finanzierung eines bGE.
Die Konsumsteuer ist besser für die Menschen, die Wirtschaft, die Gesellschaft, als es die Einkommenssteuer ist.
Punkt 11.
Die Gesellschaft „läuft“ auf den bereits beschrittenen Pfaden. Neuerungen können dann leichter eingeführt werden, wenn alles andere wie gehabt weiterlaufen kann.
Eine schrittweise Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommen könnte sofort stattfinden. Das wäre zu begrüßen. Die Menschen sollen sich mit dem Thema Steuern auseinandersetzen. Für mich ist die Konsumsteuer einfach die bessere Steuer. Und Argumente dafür gibt es genug. Die Nachteile der Einkommenssteuer sind heute tagtäglich erlebbar!
Punkt 12.
Doch auch ein Steuerfreibetrag ist Ergebnis politischer Auseinandersetzung. ....eine Konsumsteuer ließe sich durchaus mit einer herkömmlichen Grundsicherung mit Arbeitszwang und Mitwirkungspflichten, mit Bedürftigkeitsprüfung und Sanktionsdrohung kombinieren.
Die Grundeinkommens-Idee ist bei Götz Werner und Benedictus Hardorp aus den Überlegungen zum Steuerrecht entstanden. Wie Herr Ulmer richtig sagt, als Steuerfreibetrag. Natürlich kann man sich die Konsumsteuer und die Einkommenssteuer in allen möglichen anderen Konstellationen vorstellen. Aber das spricht ja nicht gegen die Konsumsteuer. Der Bürger sollte selbst entscheiden und selber die Themen durchdenken.
Punkt 13.
…. insbesondere die meritokratische Gerechtigkeitsvorstellung, der zufolge nur jene Geld bekommen sollen, die es durch eigene Leistung (oder zumindest Bemühung) verdienen.
Die zentrale Auseinandersetzung um das Grundeinkommen wird immer die Auseinandersetzung mit dieser unbarmherzigen Verdienst-Moral sein müssen.
Ein Hindernis, wenn überhaupt, wäre genau diese Vorstellung, dass solche Fragestellungen wichtig sind. Aber es gibt im Leben des Menschen sowieso nur zwei Möglichkeiten zu einer Versorgung seiner selbst zu gelangen: Er nutzt die Früchte der Natur als Jäger und Sammler oder leistet eine Umwandlung, Veredelung, Wert-Schöpfung. Beides ist aber immer Arbeit. Selbst das Pflücken eines Apfels kann anstrengend sein. :-)
Deshalb würde ich sagen, ruhig Blut, das Leisten ist gar nicht so ein dramatisches und Sorgen behaftetes Thema. Wir Menschen sind doch auch gerne aktiv. Und da wären wir wieder beim Menschenbild. Herr Ulmers Blick auf die Welt und die Menschen ist da etwas zu pessimistisch.
FAZIT:
Wenn überhaupt, so hat Herr Ulmer die Vorteile der Konsumsteuer ausschließlich in seine kritische und ablehnende Argumentation verbaut, sodass man sie kaum noch erkennen kann. Seine Hauptsorge besteht mithin darin, dass „die da oben“ nicht genügend zur Kasse gebeten und die, die arbeiten nicht zu sehr in den Himmel gehoben werden. Klassenkampf ist das allemal. Und ideologisches Denken wohl auch. Brauchen wir das heute noch? Ich denke, nein. Die gesellschaftlichen Probleme sachlich und nüchtern angehen. Die Vorteile eines Weges für uns Menschen und die Gesellschaft abschätzen. Mehr braucht man nicht. Freund-Feind-Muster sind da eher störend.
Vom
Netzwerk nicht veröffentlichter Kommentar zu Robert Ulmers
Konsumsteuer-Beitrag:
Robert
Ulmer weist in seinem Artikel darauf hin, dass alle Bedingungslose
Grundeinkommen (bGE) – Befürworter, - Initiativen, sich erstmal
für die baldige Einführung des bGE einsetzen sollten. Genauso ist
es.
Aber
ohne die Ausgestaltung des bGE-Gedankens geht es auch nicht. Und das
ist auch ein Wettbewerb um die besten Lösungen und Ansätze.
Entscheiden, was der beste Weg ist, müssen wir alle letztlich für
uns selbst und dann müssen wir dafür eintreten. Und natürlich gibt
es auch Verlierer bei diesem Wettbewerb. Gibt es Ideen und
Vorstellungen, die nicht umgesetzt werden oder vielleicht zu einem
viel späteren Zeitpunkt. All das muss man aushalten können.
Robert
Ulmer gibt in seinem Beitrag deutlich zu erkennen, dass er nicht viel
von der Konsumsteuer hält, ihre Wirkung auf die Gesellschaft nicht
genügend vorhersagbar findet und eine Einführung des bGE ohne
Konsumsteuer für sinnvoller erachtet. Das ist doch seine Meinung und
ok.
Das
Problem an seinem Beitrag ist, dass er die Konsumsteuer-Idee falsch
wiedergibt. Ob mutwillig und absichtlich, kann ich nicht beurteilen.
Der Umfang der Falschwiedergabe ist allerdings so groß, dass einem
die Lust vergeht, darauf überhaupt im Einzelnen eingehen zu wollen.
Thomas
Oberhäuser
Konsumsteuer - Einkommenssteuer
Das Latte Macchiato-Beispiel:
- http://www.grundeinkommen-luebeck.de/Einzelthemen/LatteMacchiato.html
- http://grundeinkommen-news.blogspot.com/2011/09/die-latte-macchiato-these.html
- http://www.google.de/search?q=latte+machiato+beispiel+grundeinkommen&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a
Labels:
Diskussion,
Konsumsteuer,
Netzwerk Grundeinkommen
Samstag, 27. März 2010
Verwahrlosung der Bevölkerung durch Grundeinkommen?
Der Staat, also wir, müssen uns immer um die Mitbürger kümmern, Institutionen wie Sozialarbeit, Beratungsstellen, Bildungseinrichtungen sind dafür da. Eine zuallererst physische und weiterhin kulturelle Existenzsicherung eines jeden Bürgers ist aber von den sozialen Hilfsangeboten unabhängig zu denken und zu fordern.
Das Bedingungslose Grundeinkommen ist ein Menschenrecht, wie Meinungsfreiheit, Menschenwürde, und kann nicht durch Verknüpfung mit anderen Themen und Aufgaben relativiert werden.
Das Bedingungslose Grundeinkommen ist ein Menschenrecht, wie Meinungsfreiheit, Menschenwürde, und kann nicht durch Verknüpfung mit anderen Themen und Aufgaben relativiert werden.
Labels:
Hilfsangebote,
Menschenrecht,
Sozialarbeit,
Staat
Montag, 15. Februar 2010
Konsumsteuer besser als Einkommenssteuer?
Darüber nachdenken sollte man allemal. In "Grundeinkommen und Konsumsteuer - Impulse für Unternimm die Zukunft" schreibt Herr Strengmann-Kuhn, die Konsumsteuer würde eine Gerechtigkeitslücke hinterlassen, die die Einkommenssteuer ausfüllt. Stimmt das?
Gemeint ist, das die Reichen so viel Geld haben, dass ein angemessener Steuerbetrag über deren Konsum nicht einzutreiben sei. Deshalb schlägt Herr Strengmann-Kuhn eine verbesserte Einkommenssteuer vor.
In der Ausgabe vom 6. Februar, der FAZ, war nun zu lesen, dass die Luxusgüterindustrie trotz Wirtschafts- und Finanzkrise nicht klagen kann, was die Geschäftsentwicklung betrifft. Z.B. Handtaschen für 20 000 Euro fänden genügend Kundinnen. Der Konsum der Reichen ist nun wirklich nicht zu unterschätzen. Ein Blick auf die vielen Edelkarossen, die in unseren Strassen stehen, genügt.
So kommt man schon ins Zweifeln, ob die Argumente von Herrn S.-K. wirklich stichhaltig sind. Mal davon abgesehen, dass es noch weitere Überlegungen gibt, die eine Konsumsteuer sinnvoll erscheinen lassen, wird wohl über eine Steuer allein, das exorbitante Wachstum von großen Einkommen so nicht zu stoppen sein. Weitere Maßnahmen, außer Steuerkonzepte sind notwendig.
Stichwort: Nichtvermehrbare Güter. In unseren Gesellschaften sollte privater Profit aus Gütern wie Grund- und Boden, Bodenschätze, Luft, Wasser, nicht allein und nicht in diesem Ausmaß Privatpersonen zugänglich sein. Gewinne aus diesen Bereichen sollten allen Menschen zukommen. Hier sind Rechtsänderungen notwendig. Auch die Nutzung dieser Güter sollte allen Menschen ermöglicht werden. Weiterhin sollten Zinsgewinne aus Geldanlagen begrenzt oder steuerpflichtig sein. Jedenfalls sind auch hier weitere Regeln notwendig um gesellschaftliche Ungleichgewichte zu verhindern.
Gemeint ist, das die Reichen so viel Geld haben, dass ein angemessener Steuerbetrag über deren Konsum nicht einzutreiben sei. Deshalb schlägt Herr Strengmann-Kuhn eine verbesserte Einkommenssteuer vor.
In der Ausgabe vom 6. Februar, der FAZ, war nun zu lesen, dass die Luxusgüterindustrie trotz Wirtschafts- und Finanzkrise nicht klagen kann, was die Geschäftsentwicklung betrifft. Z.B. Handtaschen für 20 000 Euro fänden genügend Kundinnen. Der Konsum der Reichen ist nun wirklich nicht zu unterschätzen. Ein Blick auf die vielen Edelkarossen, die in unseren Strassen stehen, genügt.
So kommt man schon ins Zweifeln, ob die Argumente von Herrn S.-K. wirklich stichhaltig sind. Mal davon abgesehen, dass es noch weitere Überlegungen gibt, die eine Konsumsteuer sinnvoll erscheinen lassen, wird wohl über eine Steuer allein, das exorbitante Wachstum von großen Einkommen so nicht zu stoppen sein. Weitere Maßnahmen, außer Steuerkonzepte sind notwendig.
Stichwort: Nichtvermehrbare Güter. In unseren Gesellschaften sollte privater Profit aus Gütern wie Grund- und Boden, Bodenschätze, Luft, Wasser, nicht allein und nicht in diesem Ausmaß Privatpersonen zugänglich sein. Gewinne aus diesen Bereichen sollten allen Menschen zukommen. Hier sind Rechtsänderungen notwendig. Auch die Nutzung dieser Güter sollte allen Menschen ermöglicht werden. Weiterhin sollten Zinsgewinne aus Geldanlagen begrenzt oder steuerpflichtig sein. Jedenfalls sind auch hier weitere Regeln notwendig um gesellschaftliche Ungleichgewichte zu verhindern.
Labels:
Bodenschätze,
Einkommenssteuer,
FAZ,
Konsum,
Konsumsteuer,
Nichtvermehrbare Güter
Konzeption Grundeinkommensarbeit
Grundeinkommensarbeit ist Gespräch mit den Mitbürgern, über unsere Gesellschaft, wie sie ist, welche Probleme es in ihr gibt und wie wir sie lösen könnten. Die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommen baut auf Annahmen über unsere Gesellschaft auf! Hier geht's los, hier endet aber unser Gespräch mit den Bürgern auch schon, nämlich dann, wenn wir zu keinen gemeinsamen Einschätzungen über unsere gesellschaftliche Situation und den daraus folgenden Lösungsansätzen gelangen. Grundeinkommen sollte es mit uns nicht "um jeden Preis" geben.
Eines der Lösungsansätze für unsere gesellschaftliche Misere kann das Bedingungslose Grundeinkommen sein, weitere gesellschaftliche Veränderungen sind notwendig. Sich für das BG einsetzen heißt, dafür zu sorgen, es zu erreichen, dass preiswerte und in genügender Menge existenzsichernde Güter vorhanden sind: Nahrungsmittel, Kleidung, Energie für alle Menschen in ausreichender Menge, z.B. kostenlos, preiswerte Wohnungen, z.B. unter 4 Euro den m² kalt. Denn das brauchen alle Menschen. Sich dafür einzusetzen geschieht völlig unabhängig von der Frage, was die Politik mit dem Thema anfängt oder ob eine Volksabstimmung über das BG stattfindet, dann Erfolg hat oder scheitert. Der Einsatz für die politisch wünschenswerten Ziele wird einfach aufrecht erhalten, bis die angestrebten gesellschaftlichen Veränderungen erreicht sind. Dabei ist ausschlaggebend, dass eine genügend große Zahl an Menschen gemeinsam diese Ziele verfolgt und in der Öffentlichkeit ordentlich Druck macht, auch auf die Politik, so daß es zu den gewünschten Veränderungen kommt.
Ein bis auf die 4. Stelle genau ausgerechneter Grundeinkommensbetrag wird dann vielleicht am Ende unserer Grundeinkommensarbeit, also in 2,3 Jahren :-), ein Expertengremium aus Wirtschaftwissenschaftlern und Finanzmathematikern im Namen der BG-Befürworter festlegen und das Bedingungslose Grundeinkommen offiziell einführen.
Eines der Lösungsansätze für unsere gesellschaftliche Misere kann das Bedingungslose Grundeinkommen sein, weitere gesellschaftliche Veränderungen sind notwendig. Sich für das BG einsetzen heißt, dafür zu sorgen, es zu erreichen, dass preiswerte und in genügender Menge existenzsichernde Güter vorhanden sind: Nahrungsmittel, Kleidung, Energie für alle Menschen in ausreichender Menge, z.B. kostenlos, preiswerte Wohnungen, z.B. unter 4 Euro den m² kalt. Denn das brauchen alle Menschen. Sich dafür einzusetzen geschieht völlig unabhängig von der Frage, was die Politik mit dem Thema anfängt oder ob eine Volksabstimmung über das BG stattfindet, dann Erfolg hat oder scheitert. Der Einsatz für die politisch wünschenswerten Ziele wird einfach aufrecht erhalten, bis die angestrebten gesellschaftlichen Veränderungen erreicht sind. Dabei ist ausschlaggebend, dass eine genügend große Zahl an Menschen gemeinsam diese Ziele verfolgt und in der Öffentlichkeit ordentlich Druck macht, auch auf die Politik, so daß es zu den gewünschten Veränderungen kommt.
Ein bis auf die 4. Stelle genau ausgerechneter Grundeinkommensbetrag wird dann vielleicht am Ende unserer Grundeinkommensarbeit, also in 2,3 Jahren :-), ein Expertengremium aus Wirtschaftwissenschaftlern und Finanzmathematikern im Namen der BG-Befürworter festlegen und das Bedingungslose Grundeinkommen offiziell einführen.
Abonnieren
Posts (Atom)
Blog-Archiv
Über mich
- Thomas Oberhäuser
- Kultur- und Bildungsaktivitäten bezüglich der eigenen Selbsterbauung und Selbstoptimierung, sind ein Einstieg. Wichtig ist es, bezogen auf das Zusammenleben und die Verständigung der Menschen untereinander, aktiv ein Leben lang, sich für eine gute Gesellschaftsgestaltung einzusetzen. Das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) ist dabei ein erstes Stichwort. Diese Aspekte sind dem Autor ein besonderes Anliegen.