Sonntag, 16. September 2012

Grundeinkommens-Kongress in München, 14.-16. 09. 2012

Klasse!

Danke an das Team für die gute Organisation des Kongresses. Es gab immer genug zu trinken und zu essen, in angenehmen Räumlichkeiten, kein Tohuwabohu, wo findet was statt. Es gab genügend Informationen über den Ablauf.

Schade.

Benediktus Hardorp ist deutlich über 80 Jahre alt. Sein Vortrag zur Wirtschaft und zum Steuerwesen war wichtig und informativ. Leider passierte ihm ein Fauxpas im Diskussionsteil (man sollte nie wertend über Vertreter anderer Positionen sich äußern). Danach war die Diskussion aufgeregt, in der Luft lag etwas Negatives und ich zog es vor, das Weite zu suchen.

Bei der nächsten Veranstaltung, die ich mir ausgesucht hatte, bin ich dann vollends in den Morast getreten. So kann es passieren. Der Workshop-Anbieter stellte gleich zu Beginn des Treffens klar, ihm sei es egal, ob das Grundeinkommen eingeführt wird oder nicht, und das er die Bedingungslosigkeit des Grundeinkommens nicht gut findet.
Der Titel des Workshops suggerierte ein interessantes Thema, wo es stattdessen (ideologisch) hingehen sollte, war die Schuld der westlichen Welt an dem Elend der Weltbevölkerung, und (im übertragenen Sinne) das wir uns was schämen können, auch noch mit dem Grundeinkommen (auf Kosten anderer womöglich) uns wieder ein besseres Leben basteln zu wollen.

Um »Aufstellungen« ging es in der nächsten Veranstaltung, die ich mir ausgesucht hatte und tatsächlich, es war eine spannende, ungewöhnliche und ergebnisreiche Veranstaltung (in zwei Teilen), die methodisch andere als die üblichen Wege der Auseinandersetzung ging.    

Den Vortrag von Götz Werner habe ich verpasst. Aber ich kenne so gut wie alle Vorträge und Interviews über das Internet, als Videoaufzeichnung, Podcast oder Online-Pressebericht.

Den Sonntagvormittag wollte ich noch mitnehmen, da das Thema spannend schien und Ralf Boes ein ausgewiesener Grundeinkommens-Kenner ist und ideenreich und witzig die bGE-Idee vermitteln kann. Im Programm stand:

Wie kann der Kulturimpuls Grundeinkommen Wirklichkeit werden?
Vom praktischen Umgang mit Ideen und Idealen – Anregungen zu Vertiefung und Stärkung der Initiativarbeit - Workshop mit Ralph Boes

Es war kein Workshop! Ich hatte mich schon gewundert warum eine Kamera lief. Ralf Boes hielt einen Vortrag, was mich weitaus weniger interessierte. Die Organisatoren fanden das nicht so tragisch, Workshop oder Vortrag, was soll's. Zum Schluss kulminierte das »Unerwünschte« und »Nicht-Gebuchte«. Das Mitglied einer bGE-Initiative wollte noch was vorführen. Meine Aufmerksamkeitsbereitschaft litt jetzt schon beträchlich. Als Allerletztes sollte »World Cafe« stattfinden. Was das ist, worauf man sich da einlässt, war nicht so recht zu erfahren. - Ja und dann hatte ich genug von Angeboten, die man sich nicht aussuchen konnte, nicht das waren was sie vorgaben oder sich nicht vorab klar darstellen ließen, und bin kurz entschlossen nach Hause gefahren.

Summa summarum war ich mit einem facettenreichen Kogressablauf gut bedient.



PS:
Ich nachhinein fehlte mir der Austausch. Erfahrungen, Erlebnisse, Perspektiven der Grundeinkommens-Aktiven und -Initiativen auszutauschen. Und das sehr ausführlich. Stattdessen hatte ich eine Podiums-Diskussion, 2 Vorträge (einen weiteren Vortrag hatte ich schon weggelassen), eine Mitteilung, ein Methodenbeispiel. - Ja, vielleicht das nächste Mal.



Mittwoch, 11. Juli 2012

bge-interaktiv informiert über das Bedingungslose Grundeinkommen?

BGE-INTERAKTIV.DE ist eine Internetseite von Leuten, die sich mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen beschäftigen.

Was mir als Erstes auffiel war, dass diese Seite kein Impressum hat. Wo ist das produziert worden, wer verantwortet das Ganze? Vor 10 Jahren hätte ich gesagt, Impressum?, Schwamm drüber. Heute ist das nicht mehr akzeptabel und wirft ein schlechtes Licht auf Leute, die so verfahren.

BGE-INTERAKTIV.DE schreibt:

Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) ist eine Initiative, die schon seit einigen Jahren in der Gesellschaft kontrovers diskutiert wird. Durch unser Interesse an dieser Idee entstand dieses Projekt, welches das Ziel hat, einen Querschnitt über die existierenden Ansätze des bedingungslosen Grundeinkommens zu geben.

Allein die seltsame Sprache vermittelt eine wenig interessierte Teilnahme an der Thematik. Das bGE ist zum Beispiel keine »Initiative«, sondern eine Idee, die immer größere Verbreitung und Zustimmung findet. Und was heißt hier einen »Querschnitt geben«.

Ich habe mir das Video »Wer finanziert das BGE« angeschaut. Bei jeder Äußerung zum Bedingungslosen Grundeinkommen kann man fühlen, spüren, wo sich der Sprecher/die Produzenten der Botschaft befinden. Nach dem Video hatte ich das Gefühl, dass die Macher der Internetseite nicht zu Kennern der Grundeinkommens-Idee zu zählen sind, Befürworter des Bedingungslosen Grundeinkommen sind sie auch nicht. Dazu ist die Auswahl der Beiträge zu einfältig: Werner Rätz darf sich darüber auslassen, dass der Bürger irgendwann »draufzahlt« und Hilmar Schneider kann seine Skepsis gegenüber dem bGE als letzte Aussage in dem Video einbringen. Schön. ;-)
Die richtige Antwort auf die Quizfrage wäre gewesen: Es geht nicht ums »Finanzieren«, sondern ums Teilhaben. Die Wertschöpfung der Gemeinschaft wird unter allen Menschen gerecht geteilt. Aber wie finden die Macher des Spots die Lösung, wenn sie überhaupt keinen Draht zum Thema haben?

Dass sich die Produzenten dieses Humbugs selbst kundig machen und i h r e Meinung und Kenntnis der Materie in den Beiträgen (unterfüttert mit ihren Argumenten) einbringen, ist doch zu viel verlangt. Oder?

Die Internetseite BGE-INTERAKTIV.DE halte ich für wenig hilfreich, könnte sogar von Grundeinkommens-Gegnern produziert worden sein. Alle Videokacheln habe ich nicht angeklickt. Wer ein ganz tolles Video dabei gefunden hat, bitte sofort mir melden. Will ich natürlich auch dann nochmal anschauen. So aber reicht es mir erstmal, mit diesem »Machwerk«.


http://www.bge-interaktiv.de/alle.html
https://www.youtube.com/watch?v=dxD05pX0ky4&feature=player_embedded#!

Samstag, 26. Mai 2012

bGE- Verschiedene Modelle?

Immer wieder liest man von »verschiedenen Modellen« beim Bedingungslosen Grundeinkommen. Was steckt dahinter?

In Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen, findet man dazu:

Solidarische Bürgergeld (Althaus-Modell), das Ulmer Modell, das Modell der von Götz Werner gegründeten Initiative Unternimm die Zukunft. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die auf Milton Friedman zurückgehende Negative Einkommensteuer .....

Das »Solidarische Bürgergeld« wird von niemandem mehr weiterverfolgt. Althaus arbeitet heute als Lobbyist in der Autobranche. Es taucht ausschließlich dann auf, wenn von den »verschiedenen bGE-Modellen« die Rede ist, spielt aber in der aktuellen Diskussion über das bGE überhaupt keine Rolle.
Das Ulmer-Modell ist ein Finanzierungskonzept. Es könnte bedeutsam werden, wenn man kurz vor der Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommen steht und ist sicher interessant für Finanzmathematiker. Eine differenzierte, gesellschaftlich-philosophische Betrachtung der Wirkungen und Herleitungen wird von diesem Modell nicht geleistet. Die Negative Einkommenssteuer bezieht sich auf Bedürftige und ist an Arbeit gebunden und somit nur in Teilen mit der bGE-Idee in Beziehung zu setzen.

Als einziges Konzept des Bedingungslosen Grundeinkommen, welches man mithin als »Modell« bezeichnen kann, bleibt der umfängliche Diskussions- und Beschreibungsansatz, der rund um Götz Werner entwickelt und vertreten wird. Dieses wird permanent fortgeschrieben. Hier sind bestimmt auch die Ideen der Schweizer bGE-Initiative zu verorten.  Die  Eidgenossen haben jetzt ein Bürgerbegehren angestoßen.

Das in den Wernerschen Schriften beschriebene gesellschaftliche Szenario ist glaubwürdig, nachprüfbar und wird wiederum von einer Vielzahl weiterer Personen in der Grundeinkommensbewegung in Diskussionen und Vorträgen vertreten. Es ist das in der Bevölkerung am meisten diskutierte Bild einer veränderten Lebenswelt im Zusammenhang mit einer bGE-Umstellung. - Bei den auf Wikipedia genannten weiteren »Modellen« kann bestenfalls von Überlegungen, Berechnungsgrundlagen oder finanzielle Hilfen bei geringem Einkommen durch Steuerumstellung gesprochen werden.

Woher kommt aber dieser Popanz, diese Behauptung, es gäbe verschiedene bGE-Modelle?

In erster Linie sind es Gruppierungen, die selbst eigene Welterklärungs-Szenarien entwickelt haben und sich mit diesen am Markt der geistig-gemeinschaftlichen Orientierungen behaupten wollen, die von verschiedenen Grundeinkommens-Modellen sprechen und immer wieder betonen, dass sie sich nicht festlegen möchten, welches Modell das bessere sei. Für sie ist die in der Gesellschaft immer stärker Fuß fassende bGE-Idee eine Konkurrenz. - Parteien, Globalisierungs-Kritiker, Initiativen aus der linken Szene sprechen gerne von »verschiedenen bGE-Modellen«, um damit die Bedeutung der Wernerschen Grundeinkommensarbeit (und De-facto-Standard) kleinzureden, um sich anschließend großmütig mit ihren eigenen ( und oftmals viel länger am Wahrheitsfindungs-Markt befindlichen) Ansichten ins Spiel zu bringen.

Das kann in der Form ablaufen, dass die bGE-Idee erstmal wohlwollend beschrieben wird, um darauffolgend aber festzustellen, das zuerst das wichtigere (von der jeweiligen Gruppe anvisierte) Anliegen verwirklicht werde müsse, bevor man sich dann wieder dem bGE zuwenden könne.


http://de.wikipedia.org/wiki/Ulmer_Modell
http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Althaus



Samstag, 18. Februar 2012

Das negative Menschenbild in den Gesellschaften


Götz Werner meint, man würde über eine Grundeinkommen-Diskussion sehr schnell mit dem Menschenbild seiner Mitbürger konfrontiert. Ja, tatsächlich ist es so. Die Zweifler am bGE kommen sehr schnell an den Punkt, festzustellen, dass zu viel von der Mitwirkung der Mitmenschen abhängig ist und sie deshalb (vorerst) lieber Abstand nehmen, von einer Zustimmung zu einem Bedingungslosen Grundeinkommen (bGE). Die mangelnde Mitwirkung wird entweder den eigentlichen Adressaten eines bGE unterstellt, den Armen, seien sie nun Arbeitslosengeld-, Hartz4-Bezieher oder prekär Beschäftigte oder den "Reichen". Die Armen wollen womöglich gar nicht in der Gesellschaft positiv mitwirken, seien eher Störenfriede, die, bei einem bGE in der Tasche, die noch arbeitenden Mitmenschen zu verhöhnen versuchen.

Und es gibt die Menschen mit einem negativen Menschenbild, die sich die andere Gruppe als "unsichere Kandidaten" in der Gesellschaft herausdeuten. Für sie sind die Unternehmer, das Kapital, die "Superreichen" ein rotes Tuch, Störenfriede, Egoisten, die ein gedeihliches Zusammenleben der Menschen unmöglich machen. Ja sie empfehlen bisweilen, zuerst müsse der "Lohnarbeiter" sich aus der Knechtschaft des "Kapitals" befreien, bevor irgendwelche heilsamen Situationen für die "Arbeiterklasse" überhaupt denkbar seien. Das bGE könne sogar eine perfide Täuschung durch die herrschende Klasse sein und danach ist es nicht mehr weit, zu behaupten, manche Protagonisten der bGE-Bewegung seien unehrlich.
Diese Unternehmer-Skeptiker gibt es auch in der bGE-Bewegung. Dass sich Unternehmer für das bGE starkmachen, würde doch eher darauf hinweisen, dass mit dem bGE etwas nicht stimmt. Vielleicht eine Falle, eine Täuschung? Dann doch besser bei Marx bleiben.

Gemeinschaft funktioniert nur durch gemeinschaftliches Handeln. Die Nazis haben ihre Mitmenschen gezwungen, das zu tun, was diese als Herrscher als gemeinschaftliches Handeln für richtig hielten. Ist dieser Ansatz aber nicht immer noch gültig. Die Mitmenschen zwingen zu wollen, dieses oder jenes zu tun, weil es für die Gesellschaft, weil es innerhalb der Gesellschaft für richtig gedacht ist? Sind wir wirklich so weit weg vom totalitären System? Was ist Hartz4, die Arbeitslosen-Schikaniere anderes, als ein Zwangsarbeitersystem und die Agenturen- und Center-Mitarbeiter sind die Kapos, die das faule Pack anschreien und existenziell bedrohen, wenn es nicht spurt. Und dieses Szenario soll angeblich von der Mehrheit der Bevölkerung gutgeheißen werden? Ich glaube es nicht. Dies wird behauptet, damit das Unterdrückungssystem nicht instabil wird.

Heute wollen wir den Griechen sagen und sie zwingen, das zu tun, was wir, die EU, die Weltwirtschaft, für richtig halten, sonst bekommen sie keine Existenzsicherung (darum geht es ja). Die Bedingungen seien halt so, man müsse so und so handeln, die Marktgesetze, wirtschaftlichen Zusammenhänge ließen nichts anderes zu. Die Unterwerfung dieses Volkes steht kurz bevor. Wer kommt als nächstes dran? Man möge bloß nicht glauben, dass wir verschont sind. Aber wo sind die Machthaber. Sind sie lokal zu verorten. Oder global verteilt am Werk. Oder sind wir es selbst, die dieses Unglück inszenieren?

Eigentlich sind bGE-Kritiker und Unternehmer-Skeptiker Unterstützer dieser herrschenden Ideologie. Denn sie behaupten, eine freie, aus eigenem Antrieb gemeinschaftlich gestaltete Welt würde es nicht geben können. Da wäre der Egoismus der Menschen davor. Der Schritt d a n n aber, weil es eben nicht anders geht, durch totalitäre Strukturen, von oben her, mit "sanfter Gewalt" wieder für Ordnung zu sorgen, ist nicht weit. Und so schließt sich der Kreis des Unveränderlichen. Zumindest für die, die keine freien und sozial veranlagte Menschen sich denken können, die eine funktionierende Gesellschaft ermöglichen würden.




Samstag, 17. Dezember 2011

Überlegungen zur Weiterentwicklung des bGE-Gedankens



1. Menschenrechte


Das Bedingungslose Grundeinkommen ist ein Menschenrecht. Es passt zum Artikel 22 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte .

Artikel 22
Jeder hat als Mitglied der Gesellschaft das Recht auf soziale Sicherheit und Anspruch darauf, durch innerstaatliche Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit sowie unter Berücksichtigung der Organisation und der Mittel jedes Staates in den Genuß der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen, die für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlich sind.



Das bGE sollte in den Grundrechtserklärungen der Gesellschaften eine ausdrückliche Verankerung und Erwähnung finden. Zum Beispiel in der Form:

            Artikel 22a
Die Staaten sorgen für eine kostenlose Existenzsicherung der Menschen. Eine Maßnahme, die diese Ansprüche in die Tat umsetzt, ist das Bedingungslose Grundeinkommen.


2. Direkte Demokratie und Volksabstimmungen


Da das Bedingungslose Grundeinkommen ein Menschenrecht ist, kann darüber nicht abgestimmt werden. Menschenrechte können nicht zur Diskussion stehen. Eine Volksabstimmung über die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens wäre also der falsche Weg. Oder kann höchstens als Versuch, das bGE noch schneller in die Tat zu bringen, angewendet werden. Wer für ein bGE eintritt, muss dies, wie bei den übrigen Menschenrechten auch, unabhängig von jeglicher weiterer Zustimmung anderer Menschen tun und die Durchsetzung desselben erreichen.




3. bGE und reale Existenzsicherung

Das bGE wird am Geld festgemacht. Dabei ist eine praktische Perspektive der bGE-Idee möglich. Die Existenzsicherung der Menschen muss sich materialisieren:

1.Wohnen

Kostenlose Wohnmöglichkeiten müssen gebaut und errichtet werden. Auf nicht zinsbelastetem Grund und Boden, der der Gemeinschaft gehört, mit nicht zinsbelastetem Kapital erbaut, verwaltet und betreut durch lokale Bau-Genossenschaften. Die Bereitstellung von kostenlosem Wohnraum ist zwingend notwendig. Dabei kann der Wohnungsmarkt weiterhin vielfältig bleiben. Es gäbe dann halt neben den maßlos überteuerten maklervermittelten Wohnungen, eine möglichst hohen Zahl an kostenlosen oder extrem preisgünstigen Wohnräumen.

2. Nahrung


Tafeln – Heute wird Nahrung bei Tafeln angeboten. Für Menschen, die sich kein Essen leisten können. Kostenlose Speisungsangebote im großen Stil müssten bereitgestellt werden. Also lokale Riesentafeln, Mensen, in denen jede Bürgerin und jeder Bürger, wenn er denn will, kostenlos essen kann. Dieses Angebot sollte in jeder Kommune, in jeder Stadt vorhanden und bekannt sein, so daß alle Menschen es nutzen können.


3. Kleidung

Kleiderkammern – Kleiderpaläste in jeder Stadt, mit allem was man zu jeder Jahreszeit zum Anziehen braucht, kostenlos.


4. Energie

Energiearmut muss verhindert werden. Jeder Bürgerin und jedem Bürger stehen zu seiner persönlichen Versorgung ein Quantum Energie zur Verfügung. Zum Wärmen/Kühlen, Nahrungsmittelzubereitung, sonstiger Nutzung. Die Energiemenge muss unabhängig von den Energieversorgern, durch modernes Energiemanagement ermöglicht, für die Menschen direkt abrufbar sein.


Mittwoch, 14. Dezember 2011

Wie schaffen wir Veränderung II

Frau Professor Doktor Margrit Kennedy berichtete in ihrer Einleitung zu ihrem Vortrag über unser Geldsystem unter anderem, dass sie bereits 30 Jahre auf die Zinsproblematik als Systemfehler aufmerksam macht und ich hatte den Eindruck, dass sie durchaus stolz war, über diese ihre Leistung.

Ich selbst war, im Nachhang, eher erstaunt und irritiert über dieses Bekenntnis, denn was besagt dieses denn.

Dass da eine Person einen gravierenden und unsere Gesellschaften schädigenden Defekt in unserem Geldsystem erkennt und dies, wo sie auch immer kann, kundtut und ja, nichts passiert. Sonst würde sie ja nach 30 Jahren nicht mehr über dieses Thema referieren, wenn das Problem gelöst wäre. Eigentlich ein Trauerspiel, oder.

Ja ich könnte sogar richtig ärgerlich auf Frau Kennedy sein. Nämlich dann, wenn ich mir ein Verhalten vorstelle, dass ich auf irgendwie natürliche Weise richtig(er) fände, als das was sie in den letzen 30 Jahren gemacht hat. Nehmen wir nur mal an, durch das nicht korrigierte Geldsystem in den letzten 30 Jahren, sind menschliche Existenzen real zerstört worden, haben Menschen Selbstmord begangen oder sogar Morde. Kann das sein? Niemals! Oder vielleicht doch?

Was ergibt sich eigentlich aus Erkenntnis. Eine Notwendigkeit zu einem bestimmten Handeln? Einem ganz bestimmten. Oder ist es egal, was man macht.

Vergleichen könnte man die Situation mit den permanenten Eingreif-Szenarien bei Krisenstaaten oder Terrorstaaten. Soll man jetzt etwas tun, eingreifen oder besser nicht. Da gibt es einmal die ständig vorhandenen Warner, bloß nichts zu unternehmen, die Berechtigung würde fehlen, der Schaden wäre hinterher womöglich noch größer als vorher und abwarten, wie die Dinge sich entwickeln würden, wäre sowieso besser. Die (vom Unglück) betroffenen Menschen würden aus Erkenntnis, irgendwann, schon selbst die Dinge zurecht rücken. Und dann gibt es natürlich auch die die raten, einzugreifen. Klar geht man ein Risiko ein, wenn man in bestehende Systeme eingreift. Man trägt die Verantwortung für die sich ergebenden Veränderungen. Aber ist das wirklich so schlimm, Verantwortung zu übernehmen. Wir müssen dies tagtäglich, immer und können uns nie entziehen.

Warum hat sich Frau Kennedy nicht nach, ich sage mal 3 bis 4 Jahren entschlossen, nachdem sie in ihr Thema eingearbeitet war und von ihren Erkenntnissen überzeugt, sich für eine Umgestaltung unserer Geldwirtschaft einzusetzen? Nein, ich meine jetzt nicht, jahrzehntelang weiter Vorträge zu halten. Dazu hat sie sich ja entschlossen. Sie hätte vielmehr aus der Überzeugung von der Richtigkeit ihrer Überlegung, eine Veränderung der Geldwirtschaft bewirken müssen.

Hätte sie also in ihrer Vortragseinleitung gesagt, ich war spätestens Ende der neunzehnhundertachtziger Jahre überzeugt von meinen Untersuchungen und habe mit all' meiner Kraft versucht, das Zins- und Zinseszins-System in unserer Geldwirtschaft abzuschaffen beziehungsweise dessen verheerende negative Wirkung einzudämmen und es ist mir nicht gelungen. All' meine Versuche diesbezüglich sind gescheitert, ich habe einfach keine Idee gehabt, wie man gesellschaftliche Veränderungen bewirkt. Dann, ja dann, hätte ich gesagt, ah Frau Kennedy ich verstehe sie.

So aber bleibt ein komisches Gefühl zurück. Ist unsere geistige Elite korrumpiert. Ging es denen und geht es denen im "alten System" so gut, dass sie sich nicht für Veränderungen einsetzen (wollen) und nach 100 Jahren immer noch die notwendigen Veränderungen "diskutieren". - Wer will, wer braucht gesellschaftliche Veränderungen? Nur diese Menschen bringen die nötige innere Einstellung mit, diesen Prozess einleiten zu wollen.

Es bedarf der Menschen, die Bremsen lockern und den Zug ins Rollen bringen, damit die Sache in Bewegung kommt und ihr Ziel erreicht. Darauf zu achten und zu unterscheiden von den anderen, ist wichtig. Auch bezüglich der Ökonomie der eigenen Kräfte.

Sonntag, 20. November 2011

Privilegien und Vorteile in der Wettbewerbsgesellschaft

Gerade eben im Radio gehört. Die Privilegien der Beamten: Altersteilzeit und eine Stunde weniger arbeiten. Aber das, was den Menschen von Vorteil ist, sollte für alle Menschen möglich sein. Heute ist es so, dass jede Lobby für sich selbst versucht, das Beste rauszuholen. Das geht dann über gesetzliche Regelungen und Vereinbarungen.

Dieser Kampf ums Überleben, um finanzielle Vorteile und Absicherungen, wird gegeneinander geführt, da wir uns als Konkurrenten sehen, und Vorteile für die Lebensgestaltung und Lebensmöglichkeiten scheinbar knapp sind. Diese Konkurrenzsituation gegeneinander macht die Menschen hartherzig und böse. Ein ruppiger Wettstreit findet unter uns statt und die Contenance geht dabei flöten. Manch' einer dreht durch und es gibt Mord und Totschlag, weil man im Wettlauf um die Pfründe nicht mithalten kann. Es bleiben dann nur noch unehrenhafte Methoden, um trotzdem zum Ziel zu kommen. Betrug, Korruption, Hinterziehung, weil man auch "haben" will.

In dieser verrohten Gesellschaft werden nachts oder bereits am Tag bevorzugt Frauen, alte Frauen überfallen und ihnen die Handtasche geraubt. Alte, Schwache und Wehrlose überfallen. Fast täglich liest man diese Meldungen. Die seit Jahrzehnten, gerade in Westdeutschland so stolz gepflegte Wettbewerbsgesellschaft hat doch üble Nebeneffekte.

Bei Sportwettbewerben steigen nur die drei Besten aufs Treppchen und da wird auch nur der 1. Platz wirklich wichtig genommen, und die Leistungen der anderen Menschen sind ausgeblendet. Im Sport bedeutet das, dass der Siebt-Platzierte vielleicht hundertstel Sekunden "langsamer" ist. Und schon ist er weniger wert.

Dass in der Gesellschaft, in ihrem Bereich, alle Menschen zum Gelingen des Gemeinwesens beitragen, wird in der Wettbewerbsgesellschaft verdrängt. Nur vorne stehen, im Rampenlicht, ist scheinbar bedeutsam. Was aber ganz und gar nicht der Realität des Menschseins entspricht.

Ein Bedingungsloses Grundeinkommen (bGE) würde das schaffen, was in unseren auf Wirtschaft und Kapital, aber nicht auf die Achtung der Menschenwürde ausgerichteten westlichen Gesellschaftsformen all zulange ausgeblendet wurde: Alle Menschen in einer Gesellschaft sind wichtig. Weil sie Menschen sind.

Dieser Aspekt ist zumindest formell in den sozialistischen Gesellschaften hochgehalten worden, auch wenn auch da die Realität etwas anderes zeigte. Das bGE würde offenbaren, dass wir trotz allen Wettbewerbsgehabe einfach nur Menschen sind und allein dadurch einen angemessenen Umgang untereinander beanspruchen dürfen. Dass wir das lernen müssen, diesen angemessenen Umgang, ist durch die Verrohung bedingt, die ich eingangs angesprochen habe, und allgemein durch die in uns Menschen noch drinsteckende Instinkte aus vergangenen Jahrhunderten: Das Leben bestehe man nur im Kampf um die Ressourcen, gegeneinander. Dagegen ist die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommen meiner Meinung nach elementar mit den Grundrechten, mit den Menschenrechten verknüpft. Existenzielle Sicherheit schafft Menschenwürde.

Und ebenfalls kürzlich hörte ich einen Beitrag im DLF über die bevorstehenden Wahlen in der Republik Kongo. Die Menschen wüssten nicht wen sie wählen sollen. Egal wer dran käme, es würde sich eh nichts ändern. Das kommt mir irgendwie bekannt vor.

Haben wir in diese Länder unser ach so gutes parlamentarisches Staatssystem exportiert? Und die Idee, durch freie Wahlen würde die Demokratie verwirklicht, würde etwas Gutes erreicht?

Demokratie, freie Wahlen, Parlamente, sorgen nicht dafür, dass es den Menschen besser geht, gut geht. Wahlen sind eine moderne Form von Lobbyarbeit. Wer an die Macht kommt, sorgt für die eigene Gruppe zu erst. Sorgt für sich. Die anderen, die Wahlverlierer, kommen, wenn überhaupt, zuletzt dran, wenn es um die Verteilung der Landes-Wertschöpfung geht, wenn es um die Verteilung von existenzsichernden Gütern geht. Parlamentarische Demokratie hat nichts mit Brüderlichkeit der Menschen untereinander zu tun. Denn Parteien und Wahlen sind in keinem Land notwendig, um festzustellen, dass alle Menschen versorgt sein müssen. Dazu genügt der gesunde Menschenverstand. Die Versorgung der Bevölkerung mit existenziell notwendigen Gütern muss organisiert werden. Die Menschen müssen sich untereinander absprechen und die notwendigen Handlungen vollziehen.

Für die Republik Kongo würde das bedeuten, dass man nicht irgendwelche Parteien wählen müsste, um das Gemeinwesen zu gestalten, sondern die Menschen müssten sich umschauen, wem geht es am schlechtesten, um diejenigen kümmern wir uns zuerst. Was ist in einer Gesellschaft immer wichtig, Bildung, Gesundheit, langfristig stabile Lebensbedingungen. Alle wären dazu aufgerufen bei der Bewältigung dieser Aufgaben mitzuwirken, beizutragen und die Versorgung aller zu organisieren. Wahlen und Parteien sind dabei nicht notwendig.

Über mich

Mein Bild
Kultur- und Bildungsaktivitäten bezüglich der eigenen Selbsterbauung und Selbstoptimierung, sind ein Einstieg. Wichtig ist es, bezogen auf das Zusammenleben und die Verständigung der Menschen untereinander, aktiv ein Leben lang, sich für eine gute Gesellschaftsgestaltung einzusetzen. Das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) ist dabei ein erstes Stichwort. Diese Aspekte sind dem Autor ein besonderes Anliegen.